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Fast Fast Forward

Terrorismusrisiken im In- und Ausland

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Terrorismus ist ein unvorhersehbares Risiko, das oft schreckliches Leid durch den Verlust von Menschenleben mit sich bringt. Obwohl bislang nur ein geringer Anteil der weltweiten Terroranschläge auf westliche Länder entfällt, scheint sich die Risikolage zu verschlechtern. Allein in Deutschland wurden 2017 rund 1200 Verfahren wegen Terrorismusverdachts beim Generalbundesanwalt eingeleitet – fünfmal so viel wie in 2016. Im ersten Quartal 2018 meldete die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe bereits 400 Ermittlungsverfahren.

Die überwiegende Mehrheit der bisherigen Vergehen wird dem islamisch dominierten Terrorismus zugeschrieben. Immer wieder weisen Berichte in der Presse auf überforderte Behörden hin, die potenzielle Gefährder aus Ressourcengründen nicht in ausreichendem Maße überwachen können. Da einige der größeren Organisationen in jüngerer Zeit stark zurückgedrängt wurden, rechnen viele zudem mit erhöhtem Bedrohungspotenzial durch selbst ernannte Gotteskrieger, die durch Anschläge ein Zeichen für diese setzen wollen.

Steigende geopolitische Spannungen, global veränderte Machtverhältnisse, Protektionismus, Infragestellung bi- und multilateraler Bündnisse sowie die wachsende Instabilität im Mittleren Osten und Nordafrika bergen einiges Potenzial für eine weitere Erhöhung der Bedrohungslage. Auch wenn sich Deutschland aus vielen der schwelenden Konflikte heraushält, bleibt es als eine der größten Volkswirtschaften der Welt ein potenziell attraktives Ziel für Terroristen.

Die Art der Bedrohung hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Waren zuvor meist Bomben das Mittel der Wahl für terroristische Akte, werden seit einigen Jahren zunehmend PKW und LKW als Waffe gegen Menschen eingesetzt. Aufgrund der zunehmend vernetzten Welt kommen Anschläge auf Infrastrukturen in Form von Cyber-Terrorismus hinzu. Als potenzielle Ziele gelten u.a. die Sicherheitssysteme von Banken, Kraftwerken, Verkehrsleitsystemen, Flugsicherung, der Elektrizitäts- und Trinkwasserversorgung oder Autonomen Fahrzeugen.

Die verschiedentlich berichteten Fälle staatlich beauftragter Cyberangriffe auf Unternehmen und Regierungen in Drittstaaten werden in nächster Zeit wohl kaum abnehmen. Und Beispiele von Hackerangriffen auf staatliche Datennetze weisen darauf hin, dass auch besonders geschützte Regierungssysteme durchaus anfällig für Angriffe sein können.


Versicherungen gegen Terrorismusrisiken

Direkten Schutz vor terroristischen Anschlägen kann eine Terrorismusversicherung nicht bieten. Auch kann sie nicht verhindern, dass Menschen verletzt oder getötet werden. In Kombination mit einer fachkundigen Beratung durch Dritte können jedoch die oft enormen finanziellen Konsequenzen gedeckt werden.

Die Terrorismusversicherung deckt in der Regel Sachschäden durch terroristische Akte sowie daraus resultierende Betriebsunterbrechungen und Mietverluste. Deckungen sind sowohl auf lokaler Basis als auch in Form von Internationalen Versicherungsprogrammen mit weltweiter Deckung erhältlich.

Da sich die Bedürfnisse der Kunden teilweise stark unterscheiden, bieten einige Versicherer eine Reihe von Deckungserweiterungen. Aufgrund der beschriebenen Veränderung der Bedrohungslage und einer gestiegenen Nachfrage von Unternehmen, bieten nun auch einige Versicherer Deckungen gegen die Folgen eines bewaffneten Angriffs, sog. Amoklaufdeckungen. Versicherbar sind hier Sach- und Betriebsunterbrechungsschäden, Vermögensschäden sowie die Übernahme der Kosten für medizinische Behandlungen oder auch Umschulungen.

Darüber hinaus sind Deckungen gegen weitere Risiken verfügbar, die nicht zur klassischen Terrorversicherung gehören, jedoch erhebliche Auswirkungen auf Unternehmen haben können. Zu diesen zählen z.B. Sabotage, Aufruhr, Krieg, Bürgerkrieg, politischer Umsturz, politische Einschüchterung und einige weitere, die unter dem Begriff „Politische Gewalt“ subsummiert sind.

Es sind zahlreiche Cyber-Versicherungslösungen auf dem Markt erhältlich, die sich bezogen auf Terrorismus jedoch in der Deckung unterscheiden. In manchen Wordings sind terroristische Cyberangriffe explizit ausgeschlossen, andere wiederum schließen sie ein.


Ergänzungen zu anderen Versicherungen

Gerade durch die Medienaufmerksamkeit im Zusammenhang mit Publikumsveranstaltungen kam es in den letzten Jahren häufiger zu Terrorakten während Konzerten und Festivals, die dazu führten, dass bereits bei vermuteten oder angekündigten Anschlägen das jeweilige Event aus Vorsicht und zum Schutz der Teilnehmerinnen und Teilnehmer abgesagt wurde. Aus diesem Grunde bietet es sich an, die klassische Veranstaltungsausfallversicherung durch Komponenten aus der Terrorismusversicherung zu ergänzen, wobei sich bereits einige Versicherer sehr flexibel zeigen.

Auch bei großen Bauprojekten ist es durchaus sinnvoll, die zum Schutz des eingesetzten Kapitals abgeschlossene Bauleistungsversicherung mit Deckungsbausteinen gegen Terrorrisiken zu ergänzen. Letztere sind in den meisten Fällen von der Standarddeckung ausgeschlossen.


Zusammenarbeit mit Maklern

Wie in vielen anderen Bereichen der industriellen Versicherungen ist besonders auch im Zusammenhang mit Terrorismusrisiken eine genaue Kenntnis der verfügbaren Möglichkeiten zur richtigen Absicherung unerlässlich. Hier spielen die Makler eine besonders wichtige Rolle, da Unternehmen darauf vertrauen, dass ihre Makler alle für die optimale Beratung relevanten Fakten, die Besonderheiten der jeweiligen Angebote und die Flexibilität der verschiedenen Versicherer bestens kennen.

Gleichzeitig ist die direkte Kommunikation der Versicherer mit den Maklern überaus wichtig, da diese die Bedürfnisse der Kunden am besten kennen. Sie sollten sich zudem als flexibel erweisen, wenn diese und die gemeinsamen Kunden eine besondere Art des Risikotransfers benötigen, für die es bislang noch keine Versicherungslösung gab. Aus diesem Grunde halten wir bei XL Catlin regelmäßig Rücksprache mit Maklern, um für die sich ändernden Bedürfnisse rechtzeitig zielgerichtete Risikotransferlösungen zu entwickeln.


Risikomanagement

Abseits des reinen Erwerbs von Terrorismusdeckungen sollten Unternehmen in Erwägung ziehen, Beratung durch unabhängige Risk Management Consultants einzuholen. Durch geeignete Maßnahmen können sie das Risiko terroristischer Anschläge oder deren Auswirkungen im Rahmen des Risikomanagements minimieren. Hierzu einige Beispiele:#

  • Überprüfung und Überwachung von möglichen Sicherheitslücken
  • Zugangskontrollen zu Einrichtungen
  • Berücksichtigung indirekten Schadenpotenzials durch potenzielle Ziele in der Nähe oder durch Störungen öffentlicher Systeme
  • Regelmäßige Überprüfung der Geschäftskontinuitätspläne unter Berücksichtigung von terrorismusbezogenen Risiken

Nicht zuletzt sollten in regelmäßigen Abständen bestehende Terrorismusversicherungen auf ihre Aktualität überprüft werden, was besonders für stark wachsende Unternehmen wichtig ist.

Erstveröffentlicht in der Juli-Ausgabe 2018 von AssCompact.

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