Rückversicherung

Von

Hans Laenen, Product Leader, Fine Art, Specie & Private Clients - APAC & Europe & Alain Wijnants, Country Leader - Benelux

In dieser Ausgabe unserer Interviewreihe mit Produkt- und Länderverantwortlichen von AXA XL sprechen Hans Laenen, Product Leader Fine Art, Specie & Private Clients APAC & Europe, und Alain Wijnants, Country Leader Benelux, darüber, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Trends in der Kunstwelt ausgewirkt hat und warum lokales Wissen der Schlüssel zum Verständnis spezifischer Risiken ist.

Herr Laenen, was genau macht ein Product Leader und welche Arten von Risiken versichern Sie mit Ihrem Team?

Hans Laenen: Ich leite ein Team von Experten für Kunst-, Specie- und Privatkundenrisiken in Europa und der Asien-Pazifik-Region. Wir haben Spezialisten in Benelux, Deutschland, der Schweiz, Frankreich, Italien, Spanien, Singapur, Hongkong, Australien und Malaysia. Zu unserem Angebot gehören Deckungen für eine Vielzahl von Risiken, z.B. für Museen, Galerien und Privatsammlungen wertvoller Kunstwerke oder sogar Briefmarken. Zudem bieten wir unter anderem Versicherungslösungen für die Uhren- und Schmuckindustrie (Hersteller, Einzel- und Großhändler), Cash-in-Transit und für Werttransporte.

Unser Hauptaugenmerk richtet sich auf die Risiken, bei denen wir für unsere Kunden einen echten Mehrwert schaffen können. Unsere Kunstexperten zum Beispiel verfügen über fundiertes kunsthistorisches Fachwissen und sind gleichzeitig bestens über aktuelle Entwicklungen am Kunstmarkt informiert. Dies ist ein Bereich, in dem wir aufgrund unserer Expertise Deckungen anbieten können, die einen Unterschied ausmachen.

Mit Blick auf Kunstwerke: Was sind derzeit die größten Trends in der Kunstwelt und wie kann der Risikotransfer eine Rolle spielen?

Hans Laenen: In den letzten Monaten hat der An- und Verkauf von Kunst im Rahmen von Online-Auktionen stark zugenommen. Diese Entwicklung war schon vor der weltweiten COVID-19-Pandemie zu beobachten, hat sich jedoch im vergangenen Jahr nochmals beschleunigt. Angesichts der eingeschränkten Reisemöglichkeiten wurden Online-Auktionen zum sichersten und praktischsten Weg für den Kauf und Verkauf von Kunst. Alle großen Auktionshäuser haben in Online-Infrastrukturen investiert, um virtuelle Auktionen zu ermöglichen. Wir gehen davon aus, dass sich dieser Trend fortsetzen wird, auch wenn die derzeitigen Reisebeschränkungen aufgehoben werden. Traditionelle Auktionen werden natürlich auch zurückkehren.

Man könnte meinen, dass Online-Auktionen Risiken verringern, aber dies ist nicht zwingend der Fall. Die Gefahr physischer Schäden ist im Rahmen von Online-Auktionen möglicherweise geringer, da es weniger Gelegenheiten gibt, die Werke anzufassen oder zu bewegen, doch die Bedingungen, unter denen Objekte aufbewahrt und ausgestellt werden - das Licht oder die Feuchtigkeit zum Beispiel - bleiben enorm wichtig. Aus diesem Grund arbeiten unsere Experten mit den Sammlern – also den Eigentümern/Verkäufern eng zusammen, um sicherzustellen, dass Kunstwerke geschützt sind, unabhängig davon, ob die Auktion online stattfindet oder nicht.

Ein weiterer Trend, den wir beobachten, ist ein zunehmendes Interesse an digitaler Kunst, bei der Sammler in Non-Fungible-Tokens (oder NFTs) investieren. Es gab schon immer disruptive Entwicklungen in der Kunstwelt und diese zielt darauf ab, Kunst mehr Menschen zugänglich zu machen – eine Entwicklung, die unsere Experten gespannt verfolgen.

Hat die COVID-19-Pandemie die Risiken für Kunstsammlungen und ihre Besitzer beeinflusst?

Hans Laenen: Die Schädenfälle sind im Verlauf der Pandemie ziemlich stabil geblieben. Kuratoren von Sammlungen sind sehr risikobewusst und ergreifen die notwendigen Schritte, um Kunstwerke zu richtig schützen.

In einigen Ländern waren Kunstgalerien während der Pandemie mit Abstandsregelungen für die Öffentlichkeit geöffnet oder zumindest teilweise geöffnet, während in anderen Ländern die Galerien und Sammlungen geschlossen blieben. Wir haben uns über diese Entwicklungen auf dem Laufenden gehalten und uns mit unseren Kunden in der gesamten Region ausgetauscht, um ihnen zu helfen, die mit diesen verbundenen Risiken bestmöglich zu bewältigen.

Derzeit öffnen Museen, Galerien und Sammlungen wieder ihre Pforten – mit einem besonderen Fokus auf die Gesundheit der Besucher und auf den Schutz der Objekte vor Schäden. Hierbei werden unsere Experten unsere Kunden ebenfalls unterstützen.

Warum ist die lokale Expertise bei der Zeichnung von Kunstrisiken in der Benelux-Region so wichtig?

Alain Wijnants: Die Benelux-Region hat eine lange Tradition im Kunstbereich, von den Alten Meistern bis zur Moderne. Das Verständnis für die lokale Kultur, Kunstszene und Infrastruktur und erfahrene Experten vor Ort zu haben, bedeutet, dass wir unsere Kunden beim Management ihrer Risiken besser unterstützen können, egal ob es sich um permanente Sammlungen, temporäre Ausstellungen, Galerien oder eigenständige private Sammlungen handelt, die groß oder klein sind, wo auch immer das Werk ausgestellt, gelagert oder transportiert wird.

Hans Laenen und sein Team von Spezialisten arbeiten mit unseren Kunden in ganz Europa und der Asien-Pazifik-Region zusammen, um Beziehungen aufzubauen und die spezifischen Herausforderungen besser zu verstehen, mit denen sie im Rahmen der globalen und lokalen Trends in der Kunstwelt konfrontiert werden.

Neben der Versicherung von Kunstrisiken sind wir auch Partner von Veranstaltungen wie Kunstmessen, z.B. der Art Basel und der TEFAF, und während wir mit der Bewältigung der COVID-19-Pandemie vorankommen, freuen wir uns darauf, wieder an diesen Veranstaltungen teilzunehmen, bei denen großartige Kunst von allen genossen werden kann, und wir unsere Vertriebspartner und Kunden persönlich treffen können.

Bitte füllen Sie das folgende Formular aus, um den Autor dieses Artikels zu kontaktieren.

Ihr Vorname
Ihr Nachname
Länderauswahl
E-Mail-Adresse
Invalid Captcha
 
Newsletter

Weitere Artikel