Rückversicherung

Von

Chief Underwriting Officer, Reinsurance, AXA XL

Vor fast fünfzig Jahren veröffentlichte die NASA das Foto, das heute als „Blaue Murmel“ bekannt ist. Es wurde von der Besatzung der Apollo 17 während ihrer Reise zum Mond aufgenommen und war es das erste fotografische Bild, das die Gesamtheit des Planeten Erde aus dem Weltraum zeigte. Die Wirkung war gewaltig. Ein Beobachter formulierte es so: "Die blaue Murmel war ein symbolträchtiges Bild, weil es perfekt den menschlichen Zustand repräsentierte, auf einer Insel im Universum zu leben, mit all der Zerbrechlichkeit, denen ein Insel-Ökosystem unterworfen ist".

Unerforschte Gewässer

In den Jahrzehnten seit der Aufnahme der Blauen Murmel hat sich unser Verständnis der natürlichen Systeme der Erde exponentiell weiterentwickelt. Wir wissen wesentlich mehr über die Ozeane, die Atmosphäre und die Kryosphäre (die Teile der Erdoberfläche, in denen Wasser in fester Form vorliegt und die ein integraler Bestandteil des globalen Klimasystems sind). Es gibt aber auch viele Fragezeichen. Die Erde ist vom Weltraum aus gesehen nicht nur schön und zerbrechlich, sondern auch extrem komplex.

Wir wissen jedoch, dass sich das Klima verändert. Unter den vielen Messdaten, die man anführen könnte, möchte ich hervorheben, dass das Mauna Loa Observatorium auf Hawaii im März 2021 einen durchschnittlichen atmosphärischen CO2-Gehalt von 417,64 ppm gemessen hat. Dies ist ein Wert, der seit Jahrtausenden nicht mehr erreicht wurde. Durch die Analyse von Eiskernproben aus Grönland und der Antarktis wissen wir zudem:

  • Aufgrund der Nutzung fossiler Brennstoffe und der Abholzung von Wäldern ist der atmosphärische Kohlendioxidgehalt heute um 40 Prozent höher als vor der industriellen Revolution.
  • Das Ausmaß und die Geschwindigkeit des jüngsten Anstiegs sind mit ziemlicher Sicherheit beispiellos für die letzten 800.000 Jahre.

(Quelle: British Antarctic Survey)

Die Menschheit befindet sich wahrlich in unerforschten Gewässern.

Die Auswirkungen sind spürbar, aber schwer zu benennen

Im Wirtschaftsbereich gehörten die Rückversicherer zu den ersten, die die Auswirkungen des Klimawandels erkannten. Das ist nicht verwunderlich, da Schäden aus wetterbedingten Naturkatastrophen in den letzten Jahrzehnten einen wachsenden Anteil an unseren Kosten verursachen. So überstiegen von 1950 bis 1990 die jährlichen versicherten Schäden aus wetterbedingten Katastrophen, also ohne Erdbeben und Tsunamis, selten fünf Milliarden US-Dollar. Seit 1990 sind diese wetterbedingten Schäden jedoch dramatisch angestiegen. Tatsächlich lagen die versicherten Schäden aus wetterbedingten Ereignissen in der letzten Dekade nur in einem Jahr (2015) unter 50 Mrd. US-Dollar. Im Jahr 2017, dem aktuellen Rekordjahr, beliefen sie sich sogar auf satte 134 Mrd. US-Dollar. (Quelle: Aon Benfield)

Doch obwohl der Trend eindeutig ist, macht der Klimawandel nur einen Teil der Ursachen aus. Bislang waren Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum in Verbindung mit der Urbanisierung die Haupttreiber für diese gestiegenen Kosten. Auch wenn wir bereits die Auswirkungen eines sich verändernden Klimas beobachten können, z. B. in Form von wärmeren Durchschnittstemperaturen, steigenden Meeresspiegeln und schwereren Dürren und Regenfällen, bleibt die Beziehung zwischen diesen und weiteren Faktoren mit einem konkreten Wetterereignis unklar. Allerdings erwartet niemand, dass die wetterbedingten Schäden auf das Niveau von vor 1990 zurückgehen werden.

Familien und Gesellschaften schnell und in einem besseren Zustand wieder auf die Beine zu bringen, ist eine entscheidende Aufgabe und zugleich eine Chance für die (Rück-)Versicherung.

Schützen, was wirklich wichtig ist

Familien und Gesellschaften schnell und in einem besseren Zustand wieder auf die Beine zu bringen, ist eine entscheidende Aufgabe und zugleich eine Chance für die (Rück-)Versicherung. Aus diesem Grund konzentrieren sich führende (Rück-)Versicherer, darunter auch AXA XL, weiterhin darauf, ein besseres Verständnis für dieses komplexe und vielschichtige Thema zu entwickeln und gleichzeitig robuste und innovative Lösungen zu schaffen, um Kunden dabei zu helfen, klimaresilienter zu werden. Wir von AXA XL engagieren uns im Zusammenhang mit dem Klimawandel durch die Teilnahme an verschiedenen Initiativen, die sich auf die Bewertung von Klimarisiken und das Management der damit verbundenen Herausforderungen und Chancen konzentrieren. Einige unserer bedeutsamsten Aktivitäten in Bezug auf das Klimarisiko werden auf einer neuen Webseite vorgestellt: Protecting What Matters.

Die Webseite wird regelmäßig aktualisiert, sobald neues Material vorliegt. Sie hat drei Abschnitte:

  1. Climate risk: Artikel zur Berechnung von Klimarisiken, zu Risiken, die mit dem Klimawandel verbunden sind, und darüber was wir tun, um die Gefährdung unserer Kunden besser zu verstehen.
  2. Market resilience: Artikel darüber, wie unser Unternehmen und die Branche durch Innovation und Zusammenarbeit neue Ansätze zur Risikomodellierung erforschen und maßgeschneiderte Lösungen entwickeln, um den Auswirkungen des Klimawandels zu begegnen.
  3. Collaboration and protection: Artikel, die sich mit gegenwärtigen und zukünftigen Klimaproblemen befassen, sowie Artikel darüber, wie wir und unsere Branche Kunden dabei unterstützen, vor einer Naturkatastrophe besser zu planen und im Anschluss schneller wieder auf die Beine zu kommen.

Diese Artikel unterstreichen die Bandbreite der Initiativen zu Risiken im Zusammenhang mit Klimawandel, an denen AXA XL beteiligt ist, und die Kompetenz der internen und externen Experten, die sich mit verschiedenen Aspekten dieses existenziellen Themas beschäftigen.

Zu den internen Experten, von denen viele einen Abschluss von führenden Universitäten haben, gehören Aktuare, Geowissenschaftler, Statistiker, Agrarökonomen und Spezialisten für die Modellierung von Katastrophenrisiken.

Zu den externen Experten, deren Forschung in den verschiedenen Artikeln auf der Webseite beschrieben wird, gehören der AXA Research Chair für Küstenresilienz an der University of California Santa Cruz, ein Postdoktorand und außerordentlicher Professor im Fachbereich Mathematik an der Université du Québec à Montréal (UQAM) und das Cambridge Centre for Risk Studies an der University of Cambridge Judge Business School.

Die Online-Ressource ist nur ein Beispiel dafür, wie wir das Ziel von AXA, Fortschritt zu ermöglichen, indem wir schützen, was wirklich wichtig ist, in die Tat umsetzen. Ich möchte Sie ermutigen, die Seite zu besuchen und relevante Inhalte mit ihren Kollegen zu teilen.

Abschließend möchte ich mich bei Andy MacFarlane, Head of Pricing & Analytics for London & Bermuda Reinsurance bei AXA XL, bedanken, der diese wichtige Initiative angeführt hat. Mein Dank geht auch an Carol Parker Trott, Communications & Marketing Director for Reinsurance & Bermuda bei AXA XL, die die redaktionelle Produktion beaufsichtigt hat, sowie an Anita Janney, Creative Director, Americas, Jeff Jones, Digital Marketing Director, und Dhisharika Sachdeva, Content Management Assistant Manager, für die Gestaltung und Entwicklung der Webseite.

Erfahren Sie mehr unter: axaxl.com/climate-risk

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