Rückversicherung

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Head of Client Management, APAC & Europe

Anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März reflektiert Sylvie Gleises, Head of Client Management für APAC & Europe bei AXA XL, über die Chancen und Herausforderungen für Manager bei der Verbesserung von Inklusion und Vielfalt und der Förderung der Geschlechterparität am Arbeitsplatz.

Es gibt keine CEOs oder leitende Führungskräfte, die die Wichtigkeit der Verbesserung der Situation von Frauen und Minderheitengruppen innerhalb der Geschäftswelt und darüber hinaus leugnen würden.

Führungskräfte in der Wirtschaft wissen, dass die Förderung von Inklusion und Vielfalt nicht nur richtig, sondern auch klug ist - der Business Case für mehr Vielfalt ist klar. Eine vielfältigere Belegschaft macht uns zu einem stärkeren, kreativeren und dynamischeren Unternehmen und bedeutet, dass wir die Bedürfnisse unserer Kunden besser verstehen und auf sie eingehen können, wo und wer auch immer sie sind.

Wie viele große Finanzdienstleistungsunternehmen auf der ganzen Welt ist auch AXA entschlossen, an der Geschlechterparität zu arbeiten und Inklusion und Vielfalt zu verbessern. Unser erklärtes Ziel, bis 2023 50 % der Führungspositionen mit Frauen zu besetzen, ist ein greifbares, ehrgeiziges und sinnvolles Ziel, das wir bei AXA XL verfolgen. Ich freue mich darauf, die Umsetzung zu begleiten. Aber es kann nur nachhaltig erreicht werden, wenn wir eine starke Nachwuchsförderung von Frauen haben, die durch unsere Organisation aufsteigen. Wir müssen als Arbeitgeber weiterhin Frauen für uns gewinnen und sie vor allem halten, wenn sie die Karriereleiter erklommen haben.

Die Erfüllung von Zielvorgaben ist ein guter Weg, um die Verteilung von Frauen in verschiedenen Funktionen zu verbessern. Es muss jedoch sichergestellt werden, dass die Frauen auf führende Positionen vorbereitet werden, um erfolgreich sein zu können. Indem man ihnen schon früh in ihrer Karriere die richtigen Möglichkeiten bietet und sie durch Mentoring unterstützt, können Frauen dabei unterstützt werden, Herausforderungen und Beförderungen anzunehmen.

Ich genieße es sehr, andere Frauen als Mentorin zu unterstützen, und profitiere persönlich davon. Obwohl ich nicht glaube, dass ich im Laufe meiner Karriere jemals wegen meines Geschlechts zurückgehalten wurde, bin ich wie viele Frauen mit Vorurteilen konfrontiert worden, und ich finde es sehr bereichernd, meine Erfahrungen weiterzugeben und anderen Frauen dabei zu helfen, Probleme zu besprechen und Hindernisse zu überwinden.

Aber es sind sicherlich nicht nur Frauen, die von Mentoring profitieren würden. Während Führungskräfte die Vielfalt unterstützen, würde ich behaupten, dass wir als Branche mehr tun könnten, um männliche Kollegen auf der mittleren Managementebene zu unterstützen, damit sie verstehen, dass Inklusion und Vielfalt auch ihnen zugutekommen können.

Manager auf allen Ebenen innerhalb von Organisationen haben die Verantwortung, talentierte Personen zu fördern und zu unterstützen, unabhängig von ihren Umständen oder ihrem Hintergrund. AXA ist ein Unternehmen, das meiner Erfahrung nach gut darin ist, dies zu erkennen. Ich komme nicht aus dem Versicherungsbereich, habe aber von der Kultur bei AXA profitiert, die Fähigkeiten und Talente anerkennt, und konnte eine Reihe von Positionen in verschiedenen Bereichen bekleiden.

Durch solche Ansätze wird sichergestellt, dass es eine Vielfalt an Erfahrungen in der gesamten Organisation gibt. Ich selbst war zwei Jahre lang Stabschefin des damaligen CEO von AXA Henri de Castries, bis er mir sagte, dass ich aus meiner Komfortzone herauskommen und den Schritt von funktionalen Rollen zu einer machen sollte, in der ich die

Verantwortung für eine Gewinn- und Verlustrechnung hatte.

Einen Chef zu haben, der bereit war, mich zu unterstützen und mich zu ermutigen, einen anderen Weg einzuschlagen, war enorm wichtig für meine Entwicklung. Meine Erfahrung und Verantwortung wuchsen, während ich neue Herausforderungen annahm, ermöglicht und ermutigt durch dieses großartige Führungsbeispiel.

Ein Vorbild für Frauen zu sein, ist eine große Ehre, und ich hoffe, dass meine Erfahrungen andere Frauen ermutigen können, eine erfolgreiche Karriere zu machen. Ich glaube jedoch nicht, dass es für Frauen in Führungspositionen gesund oder hilfreich ist, männliche Verhaltensweisen zu übernehmen, um erfolgreich zu sein.

In der Tat glaube ich, dass einige der Fähigkeiten, die typischerweise – wenn auch natürlich nicht ausschließlich – mit weiblichen Führungskräften in Verbindung gebracht werden, wie z. B. Einfühlungsvermögen und die Fähigkeit zuzuhören, mehr denn je benötigt werden, wenn die Kollegen mit den Herausforderungen der Rückkehr zu geteilten Arbeitsbereichen und veränderten Umgebungen zu kämpfen haben, während wir die herausfordernde COVID-19-Periode hinter uns lassen und beginnen, über die „neue Normalität“ nachzudenken. Ein bewusster Umgang mit diesen Herausforderungen wird von entscheidender Bedeutung sein, um das Wohlbefinden der Kollegen zu gewährleisten und unsere Teams für alles zu rüsten, was vor ihnen liegt.

Raum für Verbesserungen

In gewisser Weise hat die COVID-19-Pandemie ein Schlaglicht auf die Argumente für flexibles Arbeiten geworfen. Da die meisten von uns gezwungen sind, für längere Zeit zu Hause zu arbeiten, haben Manager aus erster Hand erfahren, dass Kolleginnen und Kollegen nicht von 9 bis 17 Uhr an ihrem Schreibtisch in einer Büroumgebung sitzen müssen, um ihre Arbeit zu erledigen – und dies gut.

Es hat sich gezeigt, dass flexibles Arbeiten für viele Organisationen im Verlauf der Pandemie funktioniert hat. Aber es ist wichtig zu erkennen, dass flexibles Arbeiten an sich nicht der Schlüssel zum Erreichen von Geschlechterparität und größerer Inklusion und Vielfalt ist. Sie kann ein enorm wichtiger Weg sein, um Frauen und anderen Gruppen zu ermöglichen, in ihren Rollen voranzukommen, aber sie funktioniert nicht notwendigerweise für alle und ist nicht das Allheilmittel.

Die Pandemie hat auch mehr als je zuvor die zusätzlichen Herausforderungen aufgezeigt, mit denen einige unserer Kolleginnen und Kollegen konfrontiert sind. Viele mussten neben ihrer beruflichen Tätigkeit mit „Home-Schooling“ oder Kinderbetreuung jonglieren, andere mussten sich um ältere oder kranke Angehörige kümmern, während für andere die Herausforderungen durch psychische oder physische Gesundheitszustände durch die Belastungen in der Lockdown-Situation und die Sorgen über die Pandemie selbst noch verstärkt wurden.

Eine Kultur zu schaffen, in der jeder Mensch sein ganzes Selbst bei der Arbeit einbringen kann und in der die individuellen Eigenschaften jeder Kollegin und jedes Kollegen gefördert und entwickelt werden, wird unser Unternehmen zu einem besseren Arbeitsplatz machen – und auch uns helfen, bessere Leistungen zu erbringen.

Eine größere Anerkennung der Herausforderungen, mit denen die Menschen im Unternehmen konfrontiert sind, und die Schaffung eines Umfelds, in dem sie sich sicher und wohl fühlen, wenn sie über ihre Probleme sprechen, sind dafür entscheidend. Mutter- und Vaterschaftsurlaub zum Beispiel ist natürlich ein enorm wichtiger Vorteil für Eltern, die Kinder in ihrem Leben willkommen heißen. Aber Elternschaft ist oft komplex und kann für verschiedene Menschen zu verschiedenen Zeiten unterschiedliche Herausforderungen darstellen. Nehmen Sie das Beispiel von Kolleginnen und Kollegen, die mit Fruchtbarkeitsproblemen zu kämpfen haben, sich einer spezifischen Behandlung unterziehen oder den Adoptionsprozess durchlaufen. Dies kann enorm stressig sein und einen physischen und psychischen Tribut von ihnen fordern, egal welchen Geschlechts. Aber es wird nicht immer leicht und offen darüber gesprochen.

Wir alle müssen uns darauf konzentrieren, ein Arbeitsumfeld zu schaffen, in denen sich die Betroffenen in der Lage fühlen, offen über diese Art von Themen zu sprechen und in denen ihre Bedürfnisse daher besser verstanden und berücksichtigt werden können.

Während wir den Internationalen Frauentag feiern, blicke ich mit einigem Optimismus in die Zukunft. Im Laufe meiner bisherigen Karriere haben wir große Fortschritte in Richtung Geschlechterparität gemacht. Aber es liegt noch ein weiter Weg vor uns. Ich fordere alle meine Kolleginnen und Kollegen auf, über die Schritte nachzudenken, die sie selbst unternehmen können, um die Situation von Frauen in unserem Unternehmen zu verbessern und sich das diesjährige Motto des Internationalen Frauentags zu eigen zu machen: Choose to Challenge.

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