Rückversicherung
Anna Beninger

Von

Global Head of Inclusion & Diversity, AXA XL

Die Versicherungsbranche ist nicht gerade für ihre Diversität bekannt. Schon viel zu lange gilt sie als zu männlich und zu weiß. Laut McKinsey sind zwar 57 % der Einstiegspositionen in der Versicherungsbranche mit Frauen besetzt, aber auf Direktorenebene sinkt dieser Anteil auf 28 %, auf ‘Senior Vice President’ Stufe auf nur 18 %. Und für nicht-weiße Frauen sieht es noch düsterer aus. Sie besetzen nur 12 % der Stellen und gerade einmal 3 % der Positionen in den oberen Führungsetagen der Versicherungsbranche

Glücklicherweise gibt es aber auch positive Entwicklungen zu verzeichnen. Nach Angaben von S&P Global Market Intelligence, die sich auf Zahlen des U.S. Bureau of Labor Statistics stützen, lag der Anteil nicht-weißer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Versicherungsbranche im Jahr 2019 bei 21,4 %, ein Anstieg gegenüber 19,8 % im Vorjahr. Im Jahr 2010 lag dieser Anteil noch bei 15,3 %.

Viele in der Versicherungsbranche wünschen sich allerdings schnellere Fortschritte. Sie sind überzeugt, dass die Branche das Tempo bei der Verbesserung von Vielfalt und Inklusion erhöhen muss. Nur dann wird sie in der bestmöglichen Position sein, den nötigen Talentbedarf zu decken, um den sich schnell ändernden Anforderungen der Kunden an das Risikomanagement gerecht zu werden. Um weiter voranzukommen, arbeiten die (Rück-)Versicherer und Versicherungsmakler im Rahmen von konkreten Initiativen wie dem jährlichen Dive In Festival zusammen und stellen mehr Ressourcen für das Thema Integration und Vielfalt zur Verfügung, wie z.B. die Rolle von Anna Beninger, Global Head of Inclusion & Diversity bei AXA XL. Hier erzählt Anna, warum die Beschleunigung der Bemühungen um Inklusion und Vielfalt ganz oben auf der Prioritätenliste von AXA XL steht und was sie und ihr Team konkret unternehmen, um den Wandel voranzutreiben:

Warum geniesst Inclusion & Diversity eine so hohe Priorität in der Business-Strategie von AXA XL?

In einem sich schnell verändernden, sich ständig wandelnden globalen Markt ist das Thema I&D ein wichtiger Teil unserer Geschäftsstrategie. Unsere Fähigkeit, innovativ und profitabel zu sein, ist abhängig davon, Talente mit unterschiedlichem Hintergrund und Expertise zu gewinnen und alle gleichermaßen einzubeziehen. Versicherung ist ein Beziehungsgeschäft. Sind wir nicht in der Lage, mit unseren Kunden, Maklern und Geschäftspartnern in Beziehung zu treten, Verbindungen herzustellen oder uns zu engagieren, dann sind wir im Nachteil.

Was ist Ihre Rolle als Global Head of I&D bei AXA XL?

Als globale Verantwortliche für Inclusion & Diversity bin ich dafür verantwortlich, die I&D-Mission und -Strategie des Unternehmens zu entwickeln, zu planen und umzusetzen, als positiver Beitrag zum Geschäftserfolg von AXA XL und im Einklang mit der Firmenphilosophie und der I&D-Strategie der AXA-Gruppe. AXA XL ist weltweit in fast 30 Ländern vertreten. Deshalb ist es besonders wichtig, die lokalen Begebenheiten zu berücksichtigen, um der globalen Strategie auf regionaler und lokaler Ebene Leben einzuhauchen. Aus diesem Grund arbeite ich eng mit den lokalen HR- und Geschäftsverantwortlichen zusammen.

Was unternimmt AXA XL, um eine Kultur zu schaffen, in der sich die Kolleginnen und Kollegen bei der Arbeit voll einbringen können?

Bei AXA XL schätzen wir die Vielfalt in all ihren Formen, und es ist wichtig, dass sich jede Kollegin, jeder Kollege bei der Arbeit wohlfühlt und sich voll einbringen kann. Nur so können sich die Mitarbeitenden voll entfalten und ihr Bestes geben. Unsere ‘Global Dignity at Work Policy’ stellt sicher, dass wir einen Arbeitsplatz zur Verfügung stellen, an dem individuelle Unterschiede geschätzt und gefördert werden und jeder mit Würde und Respekt behandelt wird. Das fängt bei der Führungsriege an. Unser CEO und unsere Geschäftsleitung leben dies vor und sind Vorbilder für die Förderung eines vielfältigen und integrativen Arbeitsplatzes. Sie fungieren als Executive Sponsors unserer fünf von Kolleginnen und Kollegen geführten globalen Business Resource Groups (BRGs), die sich auf die fünf Bereiche Geschlecht, LGBTQ+, historisch unterrepräsentierte Gruppen, Behinderung und Integration im Allgemeinen konzentrieren. In unseren BRGs setzen wir uns mit schwierigen Themen auseinander, führen mutige Gespräche und lernen von Menschen, die anders sind als wir. Diese Foren bieten Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund die Möglichkeit, bei AXA XL ernst genommen zu werden und sich zu verwirklichen.

Unsere ‘Global Dignity at Work Policy’ stellt sicher, dass wir einen Arbeitsplatz zur Verfügung stellen, an dem individuelle Unterschiede geschätzt und gefördert werden und jeder mit Würde und Respekt behandelt wird.

Wie sieht die Zukunft der Versicherung aus Ihrer Sicht aus?

Als Branche befinden wir uns heute an einem Scheideweg. Versicherungen gelten nicht als besonders inspirierendes oder interessantes Berufsfeld, obwohl sie in Wirklichkeit ziemlich cool sind. Die meisten Menschen, die sich für Versicherungen interessieren, haben seit Jahrzehnten eine Freundin, einen Freund oder ein Familienmitglied im Versicherungswesen. Infolgedessen besteht die Branche hauptsächlich aus Menschen mit ähnlichem Hintergrund. Die Art der von uns gezeichneten Risiken hat sich jedoch erheblich erweitert und ist zunehmend komplexer geworden, was wiederum neue Anforderungen an Talente mit unterschiedlicher Herkunft und Hintergrund stellt. 

Branchenübergreifend konkurrieren Unternehmen um Talente mit technischen, datenbezogenen und analytischen Fähigkeiten sowie Sozialkompetenzen, die Integration erleichtern und Innovationen vorantreiben. Deshalb hängt die Zukunft der Versicherungsbranche unter anderem davon ab, wie gut es uns gelingt, Menschen mit unterschiedlichsten Hintergründen unsere Branche schmackhaft machen zu können. Talente, die zuvor nicht in Betracht gezogen hätten, im Versicherungswesen zu arbeiten.

Warum ist I&D für Sie so wichtig?

Ich habe mich bereits die meiste Zeit meines Lebens für das I&D-Thema begeistert. Ich glaube fest daran, dass jeder die gleichen Chancen auf Erfolg haben sollte. Alles, was uns einzigartig macht und voneinander unterscheidet, macht uns gemeinsam stärker. Als Frau und als Mensch mit einer Behinderung bin ich persönlich in meinem Leben und in meiner Karriere auf Hindernisse gestoßen und wurde in der Vergangenheit übersehen und unterschätzt. Ich bin mit meinen Erfahrungen nicht allein. Menschen aus historisch unterrepräsentierten Gruppen sehen sich beispielsweise in der Versicherungsbranche nach wie vor mit Herausforderungen konfrontiert, wie der Mangel an entsprechenden Vorbildern in Führungspositionen zeigt. 

Nachdem ich mehr als ein Jahrzehnt als Forscherin und Beraterin im Bereich I&D verbracht habe, bin ich fest entschlossen, den Status quo in Frage zu stellen und dafür zu sorgen, dass AXA XL ein Unternehmen ist, in dem Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund Erfolg haben und sich voll entfalten können.

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