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Eine Standarddefinition für Resilienz ist "die Fähigkeit, auf Unfälle oder Veränderungen zu reagieren und sich davon zu erholen." In den letzten Jahren haben Unternehmen weltweit viel durchgemacht und Veränderungen erlebt, darunter auch zahlreiche, rekordverdächtige Naturkatastrophen. Als Antwort darauf haben AXA XL und AXA Climate innovative und integrierte Funktionen entwickelt, darunter eine Risk-Scanning-Lösung und eine Risikoüberwachungsanwendung namens CYMO, um Unternehmen noch besser auf Naturgefahren vorzubereiten.

Fast Fast Forward sprach kürzlich mit Maxime Ambourg und Huu-An Pham zu dem Thema, wie Unternehmen Risk Scanning und CYMO einsetzen können, um ihre Reaktionen auf Naturkatastrophen, einschließlich Hurrikanen/Taifunen, Erdbeben/Tsunamis und Waldbränden, zu optimieren.

Warum ist Resilienz für Unternehmen heute so wichtig?

Maxime Ambourg: Mitarbeitende wollen heute mehr denn je für Unternehmen arbeiten, die ihre Werte, ihre Diversität, aber auch die Umwelt respektieren. Kunden wollen mit Firmen zusammenarbeiten, die ihr Geschäft verstehen und sich darum kümmern. Außerdem ist der Klimawandel unumgänglich. In den kommenden Jahren und Jahrzehnten werden Unternehmen gezwungen sein, ihre Betriebsmodelle und Geschäftsprozesse nicht nur unter Effizienz- oder Produktivitätsgesichtspunkten zu bewerten, sondern auch im Kontext ihrer umfassenderen Verantwortung gegenüber der Gesellschaft.

In Bezug auf Naturkatastrophen gibt es zahlreiche Belege dafür, dass wetterbedingte Risiken in Teilen der Welt immer häufiger, schwerer und kostspieliger werden. Um nur eine von vielen verfügbaren Statistiken zu zitieren, beliefen sich die Gesamtkosten von Naturkatastrophen von 2000 bis 2009 auf 1,8 Billionen US-Dollar. In den folgenden zehn Jahren wuchs dieser Betrag auf 3,0 Billionen USD.

Diese Gegebenheiten verstärken die Notwendigkeit, insbesondere für große, multinationale Unternehmen, gezielt ihre Fähigkeit zu verbessern, auf Naturkatastrophen vorbereitet zu reagieren und sich schneller davon zu erholen. Ich möchte auch anmerken, dass solche Investitionen einen gesellschaftlichen Nutzen haben und kosteneffektiv sind. Laut einer aktuellen Studie bringt ein Dollar, der für die Verbesserung von Katastrophenschutz ausgegeben wird, sechs Dollar an Einsparungen.

Wie helfen Risk Scanning und CYMO den Unternehmen dabei, sich besser auf Naturkatastrophen vorzubereiten?

Maxime Ambourg: Die Maßnahmen bestehen aus drei verschiedenen Komponenten bzw. Phasen: antizipieren, reagieren und erholen. In der Antizipationsphase steht die Risk-Scanning-Lösung von AXA XL im Vordergrund. Dabei handelt es sich um die wichtigste Komponente. Es umfasst die Bewertung der Risiken, die Priorisierung und Vorbereitung der Maßnahmen. Die dabei getroffenen Entscheidungen schaffen den Rahmen, um die Auswirkungen einer Naturkatastrophe zu verringern und eine schnellere Wiederherstellung zu gewährleisten.

Der Risk-Scanning-Prozess beginnt mit der Analyse eines umfangreichen Portfolios von Immobilien und Vermögenswerten auf der Grundlage von Daten des Kunden und externer Quellen. Wir verwenden Algorithmen zur Risikobewertung, welche die mit bestimmten Vermögenswerten verbundenen Gefahren quantifizieren und bewerten. Zu den Schlüsselelementen der Bewertung gehören die Gefährdung durch unterschiedliche Risiken aufgrund der Lage eines Standorts und anderer anlagenspezifischer Faktoren wie Belegung, Bauart, Objekthöhe und Alter. Die potenziellen direkten und indirekten finanziellen Auswirkungen werden dann auf der Grundlage der Art und des Schweregrads der Katastrophe berechnet, wobei auf gefahrenspezifische, unternehmenseigene Risikomodellierungsplattformen zurückgegriffen wird.

Das Ergebnis ist ein konsistentes Bild der relativen Risikostufen für das Gesamtportfolio und die einzelnen Standorte. Damit können die Kunden ihre Ressourcen effizienter einsetzen und gezielt in Prävention, Vorbereitung und - wie Huu-An beschreiben wird - in die laufende Überwachung investieren. In dieser nächsten Phase arbeiten die Kunden in der Regel mit unseren Risikoingenieuren zusammen, um praktische und kosteneffiziente Lösungen zu identifizieren und zu implementieren, um potenzielle Auswirkungen zu verhindern oder zu minimieren und um Pläne für die Katastrophenbewältigung und die Geschäftskontinuität zu entwickeln bzw. zu aktualisieren.

Viele Unternehmen führen schon seit einiger Zeit Risikobewertungen durch. Was ist hier neu?

Maxime Ambourg: Ja, der generische Prozess, den ich gerade skizziert habe - bewerten, priorisieren, vorbereiten - ist nicht neu. Unsere Risk-Scanning-Lösung nutzt jedoch neue Tools und Technologien, darunter maschinelle Leseanwendungen und Funktionen der künstlichen Intelligenz (KI). Damit können wir riesige Datenmengen aus unterschiedlichen Quellen sammeln, analysieren sowie zusammenführen und dies schneller und wirtschaftlicher als bisher.

Das wachsende Netzwerk von hochauflösenden Satelliten im Weltall ermöglicht es uns heute auch, Hurrikane/Taifune, Überschwemmungen, Stürme und Waldbrände viel früher und präziser vorherzusagen. Erdbeben sind immer noch sehr schwer vorhersagbar. Bei Hagelstürmen hingegen können neue Geodaten-Technologien zumindest einige Stunden Vorwarnzeit bieten. Wir verstehen auch die Faktoren besser, die das Tempo und die Qualität der Katastrophenhilfe beeinflussen, einschließlich des Wertes der Risikoprävention und -sanierung. Wie ich bereits erwähnt habe, liefern Ausgaben für Katastrophenschutz einen erheblichen Return-on-Investment.

Was ist CYMO und wie ergänzt es die Risk Scanning Lösung?

Huu-An Pham: Das Wort CYMO stammt aus der griechischen Mythologie. CYMO war eine der Nereiden, eine Gruppe von Meeresnymphen, die Poseidon oft begleiteten und Seeleuten halfen. Ihre Superkraft war die Fähigkeit, "den Wind zu bändigen und die Meere zu beruhigen". Ganz sachlich ausgedrückt: In den entscheidenden Phasen vor, während und nach einer Naturkatastrophe hilft CYMO den Kunden, die richtigen Entscheidungen zu treffen, um Verluste zu minimieren und besser vorbereitet zu sein.

CYMO funktioniert durch die Nutzung der kollektiven Intelligenz von Dutzenden von Klima- und Wetterexperten auf der ganzen Welt, einem 365/24/7 Operationsteam. Dieses Team stützt sich auf ein globales Netzwerk von Satelliten, Drohnen und sozialen Netzwerken, um einen Überblick über ein Ereignis und Risiko zu erhalten. Wir integrieren diese externen Informationen auch mit den Organigrammen, Katastrophenschutz- und Business Continuity-Plänen eines Kunden und, soweit möglich, mit Informationen über sein Lieferantennetzwerk. All diese Informationen werden zusammengeführt, um eine 360-Grad-Sicht auf eine Naturkatastrophe in Echtzeit zu erhalten.

Obwohl Kunden CYMO auch allein nutzen können, führt die Kombination mit der Risk-Scanning-Lösung zu besseren Ergebnissen. Ein Beispiel: Ein Kunde hat Dutzende, wenn nicht Hunderte von Anlagen auf der ganzen Welt. Sie alle mit CYMO zu überwachen, würde wahrscheinlich einen erheblichen Teil seines Risikomanagement-Budgets verschlingen. Nach der Durchführung einer Portfolio-Analyse mit Hilfe von Risk Scanning hat der Kunde jedoch eine detailliertere Sicht darauf, wo und warum große Verluste auftreten könnten. Dazu könnte zum Beispiel ein Betrieb in den USA gehören, der Hurrikanen ausgesetzt ist, ein Standort in einer erdbebengefährdeten Region in der Türkei und ein Lager in Südostasien, wo regelmäßig Wirbelstürme auftreten. Mit anderen Worten: Orte, an denen besondere Wachsamkeit geboten ist.

Wie hilft CYMO seinen Kunden vor, während und nach einer Veranstaltung?

Huu-An Pham: Sobald CYMO "sieht", dass sich etwas anbahnen könnte, sendet das System gezielte Benachrichtigungen an die relevanten Personen per SMS, E-Mail und/oder Telefon. Die Benachrichtigungen sagen ihnen, was sie zu erwarten haben, und skizzieren die Schritte, die sie basierend auf den Vorhersagen über den Verlauf des Ereignisses einleiten sollten. Diese Hinweise werden auch durch die Disaster-Response- und Business-Continuity-Pläne ergänzt, die mit der Risk-Scanning-Lösung entwickelt oder aktualisiert wurden. Diese Warnungen werden immer detaillierter und auswirkungsspezifischer, da mehr und mehr Daten über das Ereignis vom CYMO 24/7 Operationsteam verarbeitet werden. Um auf Maximes vorherigen Punkt zurückzukommen: Während seismische Aktivitäten darauf hindeuten könnten, dass etwas unmittelbar bevorsteht, treten Erdbeben typischerweise ohne Vorwarnung auf.

Während einer Katastrophe mobilisieren wir alle Fähigkeiten von CYMO, damit Kunden die richtigen Entscheidungen treffen und die richtigen Maßnahmen ergreifen können, um Verluste zu minimieren. Am wichtigsten ist wohl, dass CYMO Bildmaterial synthetisiert, das während und unmittelbar nach dem Ereignis von Satelliten, Drohnen und sozialen Netzwerken gesammelt wird. Das ermöglicht uns, sehr kurzfristig eine präzise und visuelle Bewertungskarte, die vier verschiedene Schadensstufen anzeigt, bereitzustellen: zerstört, groß, klein und betroffen. Diese Fähigkeit ist besonders wichtig, wenn die Schäden weitreichend sind und Kunden berücksichtigen müssen, wie eine beschädigte oder zerstörte Infrastruktur die Katastrophenhilfe behindern könnte. Diese visuelle Bewertungskarte der Explosion im Hafen von Beirut zeigt, wie CYMO nach einer Naturkatastrophe einen wichtigen Einblick in die Situation vor Ort geben kann.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Risk-Scanning-Lösung von AXA XL und die CYMO-Anwendung von AXA Climate neue Technologien und das Fachwissen von Risikoingenieuren, Klimawissenschaftlern, Modellierungsexperten und in der Katastrophenhilfe erfahrenen Schadenmanagern nutzen. Diese Tools und das Expertenwissen erhöhen die Fähigkeit der Kunden, auf Naturkatastrophen zu reagieren und sich möglichst schnell davon zu erholen, indem sie ihnen helfen:

  • ihr gesamtes oder einen Teil ihres Portfolios zu bewerten
  • Standorte zu priorisieren, an denen die Risiken am größten sind
  • standortspezifischer Katastrophenschutz- und Business-Continuity-Pläne vorzubereiten und zu aktualisieren
  • die Standorte rund um die Uhr und intensiv zu überwachen, sobald sich eine Naturkatastrophe ankündigt
  • über den Fortgang des Ereignisses informiert zu bleiben
  • Reaktionspläne umzusetzen
  • Schäden zu bewerten
  • Wiederherstellungsmaßnahmen einzuleiten.

Oder, einfacher ausgedrückt, den Wind zu bändigen und die See zu beruhigen.

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