Rückversicherung

Von

Dr. Reiner Hoffmann, Underwriting Lead Germany, Structured Risk Solutions & Steven R. Bauman, Global Programs and Captives Regional Director, North America

Im Zuge der Pandemie hat sich weltweit die ökonomische Volatilität erhöht. 2020 war ein Jahr, in dem viele Organisationen mit neuen Risiken konfrontiert wurden. Eine Erkenntnis hieraus war sicherlich, dass die Widerstandsfähigkeit der Unternehmen gegenüber Ausnahmesituationen gesteigert werden muss. Unternehmenseigene Versicherungsgesellschaften, so genannte Captives, sind seit langem ein zuverlässiges Instrument zur Finanzierung und Minderung von Unternehmensrisiken. In der aktuellen Situation erweisen sich Captives zudem als wertvolle Werkzeuge, um Organisationen widerstandsfähiger gegenüber kurzfristigen Veränderungen zu machen.

Wie das schnelle Auftreten der Coronavirus-Pandemie gezeigt hat, wird die Vorbereitung auf Betriebsstörungen durch unvorhergesehener Risikoereignisse zunehmend wichtig. So schwerwiegend die Auswirkungen von COVID-19 auch sein mögen, andere Risiken, wie beispielsweise Cyber oder Energieversorgung, geben zusätzlich Anlass zur Sorge. Insofern war die Notwendigkeit, die Resilienz von Unternehmen im Hinblick auf das Auftreten neuer globaler Risiken zu erhöhen, wohl noch nie so ausgeprägt wie heute. In diesem Zusammenhang bietet der Einsatz von Captives ihren Eigentümern eine Reihe interessanter Vorteile:

  • Pre-Loss Funding
    Die Möglichkeit, plötzliche eintretende Schadenfälle über eine Captive langfristig abzufedern, bietet neben Effizienzvorteilen eine sofort verfügbare Liquiditätsquelle für die Zahlung des unerwarteten Aufwands. Anstelle einer Umschichtung von möglicherweise in Projekten gebundener Liquidität oder der Inanspruchnahme von Fremdkapital, können Unternehmen die bilanzperiodenübergreifend aufgebaute Risikotragfähigkeit ihrer Captive nutzen. Während Unternehmen ihre eigenen Versicherungsgesellschaften schon seit Jahrzehnten zur Finanzierung bekannter – also statistisch vorhersehbarer – Risiken verwenden, ist ihr Einsatz für die Finanzierung neuer und unvorhergesehener Gefahren wahrscheinlich von noch größerem strategischem Nutzen.
  • Verringerte Volatilität
    Captives entlasten die Gewinn- und Verlustrechnungen ihrer Eigentümer und deren Tochtergesellschaften, indem sie Risiken absichern, die zu Schwankungen im operativen Ergebnis führen könnten. Kapitalreserven und technische Überschüsse der Captive können entweder zur Entlastung des Cashflows der Muttergesellschaft übertragen oder zur Übernahme neu entstehender Risken eingesetzt werden.
  • Zeichnung individueller Deckungserweiterungen
    Captives erleichtern ihren Eigentümern den Zugang zu kommerziell verfügbaren Deckungen. Sowohl bei der Absicherung traditioneller wie auch neuer Risiken bieten sie Flexibilität bei der Ausgestaltung des Deckungsumfangs, die über die Zeichnungsbereitschaft des traditionellen Versicherungsmarktes hinaus gehen können. Wenn sich die Marktbedingungen ändern, bieten azyklisch ausgerichtete Captives zusätzliche Deckungskapazität, was die Risikotransferkosten des Mutterkonzerns stabilisiert. Ein flexibles Ausbalancieren von Risikominderung, Risikoübernahme und Risikotransfer ist oft der effektivste Weg, um unvorhersehbare und neu auftretende Risiken zu managen.
  • Direkte Verbindung zu partnerschaftlichem Netzwerk
    Ein wichtiger Vorteil und zeitweise sogar eine Notwendigkeit für Captives ist deren Zugang zu einem breiteren Kreis von Risikoexperten und Dienstleistern. Captives haben zudem die Möglichkeit, direkt auf die Rückversicherungsmärkte zuzugreifen, was den Zugang zu einer weiteren großen und global ausgerichteten Kapitalquelle darstellt. Captive-Eigentümer müssen sich dabei zwar nicht selbst um alle Prozess-Schritte bei der Absicherung von Risiken kümmern, die eingenommene Perspektive als Risikoträger erweitert aber das unternehmenseigene risiko- und versicherungstechnische Know-how. Insbesondere profitieren Captive-Betreiber enorm von der Partnerschaft mit einem breit aufgestellten Fronting Partner im Hinblick auf Risikobeurteilung, regulatorische Erfordernisse globaler Programme, Reporting, die Behandlung komplexer Schadenfälle und vieles mehr. Fronting-Services können es einer Captive beispielsweise ermöglichen, ihre Deckungskonzepte kosteneffizient auf weitere Regionen, Kunden, Lieferanten oder sogar Dritte auszuweiten.

Diversifizieren Captives die Risiken in ihrem Portfolio, steigern sie die Kapitaleffizienz, generieren zusätzlichen risikotechnischen Ertrag und stärken damit ihre Fähigkeit, neue und volatile Risiken zu übernehmen.

Ein zentraler Aspekt beim Ausbau der betrieblichen Widerstandsfähigkeit liegt in einer möglichst umfangreichen Risiko-Diversifizierung. Dies setzt ein tiefes Verständnis der betrieblichen Risiken und deren Einfluss auf den Unternehmenserfolg voraus.

Wenn unternehmenseigene Versicherungsgesellschaften die Risiken in ihrem Portfolio diversifizieren, steigern sie nicht nur die Effizienz des eingesetzten Kapitals, sondern stärken auch ihre Fähigkeit, neue und volatile Unternehmensrisiken zu übernehmen. Insofern ist es keine Überraschung, dass aufgrund einer oft langjährigen Erfolgsbilanz von Captives, Führungskräfte auf oberster Unternehmensebene ein hohes Vertrauen in deren Nutzung als Finanzinstrument haben.

AXA XL unterstützt Unternehmen, die mit Captive-Strategien langfristig erfolgreich sein wollen. Aus diesem Grund vertrauen viele Captive-Eigentümer seit Jahren auf die Zusammenarbeit mit AXA XL. Die Vorteile einer solchen Zusammenarbeit sind vielfältig:

  • Nutzung der Underwriting-Ressourcen von AXA XL: AXA XL verfügt über globale Ressourcen und langjährige Erfahrung in allen Aspekten der internationalen Erst- und Rückversicherungen. Unser umfassendes Underwriting-Know-how und unsere versicherungstechnische Expertise helfen Unternehmen dabei, fundierte Entscheidungen über die Zeichnung von Risiken in ihren Captives zu treffen.
  • Einsatz komplexer Daten und Analysen: Als Risikopartner bietet AXA XL dank spezifischer Tools und Prozesse für das Underwriting und die Schadenbearbeitung wertvolle Einblicke in ein breites Spektrum unterschiedlichster Risiken.
  • Entwicklung eines tieferen Risikoverständnisses: Einer der effektivsten Wege, Risiken besser zu verstehen, liegt in deren zumindest teilweisen Übernahme. Eine „Schritt-für-Schritt“ Strategie der Risikoübernahme, bei der die Höhe des von einer Captive übernommenen Risikos im Laufe der Zeit zunimmt, führt nicht nur zu einem verbesserten Risikomonitoring, sondern stärkt das Risikomanagement insgesamt.

Captives können von Unternehmen fast jeder Größe genutzt werden. Dabei ist nicht ausschließlich das Prämienvolumen der konventionellen Versicherungsdeckungen maßgebend. Es ist darüber hinaus sinnvoll, neuartige Risiken daraufhin zu prüfen, ob diese über eine Captive nicht effizienter als über die Konzernbilanzen gesteuert werden können. In Zusammenarbeit mit dem richtigen und erfahrenen Partner kann so die Widerstandsfähigkeit des Unternehmens verbessert und erhalten werden.

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