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Das Verbrennungsdreieck ist ein relativ einfaches Schema. Ein Feuer entsteht nur, wenn drei Dinge vorhanden sind: Sauerstoff, Hitze, Brennstoff. Darüber hinaus wird die Gleichung jedoch weitaus komplexer.

Feuer gilt schon lange als eines der gefährlichsten, zerstörerischsten und tödlichsten Risiken für den Menschen. Das moderne europäische Versicherungswesen reicht bis in die Mitte des 17. Jahrhunderts zurück, als die Hamburger Feuerkasse als erste Versicherungseinrichtung aus öffentlicher Hand gegründet wurde. Darauf folgten die Gebäudeversicherungsanstalten, die der Erhaltung der Gebäudesubstanz dienten und welche den Realkredit schützen und erhalten sollten. Natürlich waren die Hauptsorgen damals der Vermögensschaden und der Verlust von Menschenleben. Heutzutage sind Risiken nicht mehr so überschaubar.

Opfer der Flammen

Heute können von einem Gebäudebrand Gefahrstoffe oder Abfälle erfasst werden, was möglicherweise giftige Luftemissionen und eine Kontamination von Boden, Grund- und Oberflächenwasser zur Folge hat. Produktionsstätten und andere hochriskante Flächennutzungsarten stellen aufgrund der verwendeten Chemikalien und Verfahren offensichtliche Brandgefahren dar. Gleiches gilt jedoch auch für andere Betriebe und Nutzungen, die möglicherweise als weniger gefährdet wahrgenommen werden. Ein Betrieb etwa, in dem Kunststoffprodukte hergestellt werden, mag keine signifikanten Mengen an Gefahrstoffen verwenden. Es muss aber im Falle einer Brandkatastrophe dennoch damit gerechnet werden, dass toxische Nebenprodukte der Verbrennung wie Dioxine und Furane entstehen. Selbst ein gewöhnlicher Brand in einem Bürogebäude kann durch die Verbrennung von Möbeln, Kunststoffen, Elektronik und Reinigungsmitteln Umweltfolgen haben.

Ursache und Wirkung

Es gibt viele Ursachen und Quellen von Bränden, aber grundsätzlich können sie drei allgemeinen Kategorien zugeordnet werden: Gebäudebrände, Fahrzeugbrände und Brände im Freien.

Brände in Gebäuden lassen sich üblicherweise auf fehlerhafte elektrische Geräte oder Gebäudesysteme, Heißarbeiten, gefährliche Materialien, natürliche Quellen oder absichtliche Brandstiftung zurückführen.

Fahrzeuge mit einem Ölleck oder fehlerhaften elektrischen Systemen sind eine häufige Ursache für Gebäudebrände in Garagen, Autowerkstätten und Lagereinrichtungen.

Als Ursachen von Bränden im Freien kommen Blitzschlag, Rauchen, Lagerfeuer, unkontrollierte Buschfeuer und andere Zündquellen in Frage. Sie können zu größeren Waldbränden führen, die manchmal kilometerweit entfernte Gebäude gefährden.

In Produktionsstätten können Brände und Explosionen auch durch chemische Reaktionen, Geräte- und Druckbehälterausfälle, erhitzte Chemikalien, Teere und Öle, brennbaren Staub, verschüttete Chemikalien und flüchtige Dämpfe entstehen. Brände mit solchen Substanzen können zu erheblichen Schäden und Umweltbelastungen führen. Heißarbeiten mit Schweiß- oder Schneidbrennern, Löten, das Arbeiten mit Brennern, Wärmebehandlungsanlagen und Energieanlagen sind ebenfalls häufige Ursachen für Brände auf Baustellen und in Produktionsstätten.

Giftige Rauchgase

Wenn ein modernes Bauwerk brennt, können Baumaterialien und Inhalte beim Verbrennen Schadstoffe freisetzen, wie etwa Metalle, Feinstaub, Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), chlorierte oder bromierte Dioxine und Furane, Polychlorierte Biphenyle (PCB) und polyfluorierte Verbindungen. Kurz gesagt, eine Menge übler Stoffe.

Werden diese freigesetzt, so ist in der Regel mit kurz- und langfristigen Auswirkungen auf die Umwelt zu rechnen.

Kurzfristige Auswirkungen sind in der unmittelbaren Umgebung der Rauchsäule und im Löschwasser feststellbar. Sie konzentrieren sich meist auf den Nahbereich, also die Umgebung des Brands und die unmittelbar angrenzenden Gebiete. Solche Auswirkungen sind möglicherweise leichter abzumildern, so dass eine grossflächige Ausbreitung verhindert werden kann.

Zu den langfristigen Brandfolgen zählen solche, die nicht unmittelbar zu spüren oder zu erkennen sind. Diese Auswirkungen belasten mit größerer Wahrscheinlichkeit das Oberflächenwasser und Sedimente, das Grundwasser und die Böden in der Umgebung des Brandortes. Die Liste der Gefährdungen, die sich aus den Langzeitfolgen ergeben, kann sehr umfangreich sein und schließt Folgendes ein:

  • Gesundheitliche Auswirkungen durch Einatmen von Schadstoffen
  • Auswirkungen auf Oberflächenwasser und Regenwasser
  • Auswirkungen auf Boden und Grundwasser
  • Auswirkungen auf geschützte Lebensräume und gefährdete Arten

 

Sorgfältige Planung

Genauso wie jede Familie ihren Fluchtplan kennen sollte, muss jede Organisation für eine Notfallplanung und entsprechende Vorkehrungen für den Umgang mit den potenziellen Umweltauswirkungen eines Brands sorgen. Organisationen sollten sicherstellen, dass:

  • die örtlichen Brandbehörden die Chemikalien oder Vorgänge kennen, die die Brandbekämpfung erschweren oder ein Umweltproblem darstellen könnten
  • die zuständigen Mitarbeiter wissen, welche Feuerlöschsysteme vor Ort vorhanden sind, und mit deren Bedienung vertraut sind
  • Werkfeuerwehren Weiterbildungen laufend aktualisieren und zertifizieren lassen
  • Auffangbecken für Oberflächenwasser darauf ausgelegt sind, kontaminierte Materialien aus Feuerlöschanlagen oder Löschwasser aufzufangen

 

 

Zudem können Organisationen im jeweiligen Land verpflichtet sein:

  • Branchenstandards und Vorschriften einzuhalten
  • Inspektionen durchzuführen und Risiken zu bestimmen
  • mildernde Faktoren zu ermitteln
  • Regelmässige Übungen durchzuführen und für den Ernstfall zu proben.

 

 

Fazit

Jedes Unternehmen ist in irgendeiner Form Umweltbelastungen ausgesetzt und ein Brand kann die Umwelthaftung erheblich in die Höhe treiben. Kein Betrieb ist vor diesen Risiken gefeit, nicht einmal relativ unbedenkliche Objekte wie ein Fertigwarenlager oder ein Bürogebäude. Industrieanlagen mit gelagerten Chemikalien und gefährlichen Abfällen sind einem weitaus größeren Risiko ausgesetzt.

Brände können und werden Umweltschäden durch verwendete Baumaterialien und den Gebäudeinhalten verursachen. Selbst die Löscharbeiten können Umweltauswirkungen durch Löschwasser und andere verwendete Löschmittel verursachen. Da die kurz- und langfristigen Folgen von Brandereignissen die finanzielle Überlebensfähigkeit und die Reputation eines Unternehmens gefährden können, sind angemessene Präventions- und Reaktionspläne unerlässlich.

Für weiterführende Hinweise empfehlen wir den Download unseres Whitepapers – Fire: Environmental exposures and risk management.

  • Über den Autor
  • Dominik Scheiben, Risk Consulting Environment Team Manager & Robin Little, Associate, AXA XL Risk Consulting
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