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Fast Fast Forward

Schutz aus Leidenschaft: das Thema, das alle Sammler vereint

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Was zeichnet einen Sammler aus? Sucht er gezielt nach den außergewöhnlichsten Artefakten? Ist er ein sachkundiger Ästhet mit einem Blick für bestechende Schönheit? Betrachtet er Kunst lediglich als Kapitalanlage? Oder verbindet er vielleicht alle drei Aspekte?

In Wahrheit gibt es wohl so viele unterschiedliche Sammler wie Persönlichkeitstypen.

Dennoch lassen sie sich üblicherweise in drei große Kategorien einteilen:

  • die „Leidenschaftlichen“: informierte Amateure, die bei der Zusammenstellung ihrer Sammlung Museen, Galerien und Messen besuchen;
  • die „Traditionalisten“: Sie führen eine geerbte Sammlung weiter und wählen selektiv und größtenteils intuitiv aus;
  • die „Investoren“: Sie verfolgen Trends aufmerksam und betrachten Kunst vor allem als kommerzielles Gut.

In jedem Fall ist das Verhältnis zwischen Sammler und Sammelobjekt sehr unterschiedlich. Was aber alle eint, sind die zahlreichen Risiken, die ihr wertvolles Vermögen gefährden könnten.


Unfälle passieren

Ein Besuch bei einem Sammler kann einige Überraschungen zutage führen.

Ich erinnere mich an einen Sammler alter Meister, der fassungslos war, als ich einen großen Farbfleck auf einer Ölmalerei auf Holz aus dem 16. Jahrhundert entdeckte. Der Fleck war wahrscheinlich die Folge eines bei Bauarbeiten entstandenen Schadens, der erst nach einiger Zeit auffiel.

Nie vergesse ich die gebrochene Stimme eines Liebhabers moderner Kunst, als er beschrieb, welchen Anblick er eines Abends bei seiner Ankunft zu Hause vorfand: Eines der wichtigsten Werke seiner Sammlung, ein surrealistischer Miró, war von einem losen Nagel auf eine Bronzeskulptur direkt darunter gefallen und wies nun  einen Riss von mehreren Zentimetern auf.

Und noch immer höre ich die verstörte Stimme des Sammlers, der mich eines Morgens anrief und von seinem Treppensturz berichtete: Eine großartige Oinochoe Weinkaraffe aus dem 5. Jahrhundert v. Chr., die sich in einer Glasvitrine befand, hielt dem Aufprall seines Sturzes nicht stand und zerschmetterte in tausend Stücke.


Après le deluge*

Ich kann es nicht oft genug sagen: Alles kann passieren.

Eine der schönsten Sammlungen von Arbeiten auf Papier, die ich je gesehen habe, wurde völlig zerstört, als zwei Warmwasserbereiter durch ihre beschädigte Befestigung abbrachen und eine 600-Liter-Flut auslösten.

Weniger spektakulär, aber viel häufiger entstehen Schäden in ganz alltäglichen Situationen: zum Beispiel durch eine mangelhafte Dichtung, defekte Sanitäranlagen oder ein beschädigtes Dach, ein oder zwei Stockwerke weiter oben.

Ich werde nie vergessen, wie eine bemerkenswerte Arbeit mit Nussbeize von Pierre Soulages und ein Werk von Richard Serra aus Teer auf Japanpapier stark beschädigt wurden, weil sich Wasserschäden jahrelang hinter dem Glasschutz ihrer Arbeiten ausgebreitet hatten.

Und am besten gehe ich gar nicht erst auf den Zustand eines untröstlichen Bibliophilen ein, dessen Manuskripte und Bücher ruiniert wurden, nachdem Wasser durch den Holzboden seiner Bibliothek gedrungen war.

Natürlich kann nicht nur Wasser Kunstwerke beschädigen.

Ich kenne auch den Fall eines Sammlers, der einen großen Teil seiner Kunstwerke durch ein Feuer verlor: Es war an dem angeblich sicheren Lagerungsort ausgebrochen.

Als Ironie des Schicksals lässt sich der Schaden eines anderen Sammlers bezeichnen: Während ein Brand bekämpft wurde, floss Wasser aus defekten Schläuchen und wurde damit zur vernichtenden Flut.


Kriminalität und Bestrafung

Ein weiteres großes Risiko ist natürlich Diebstahl.

Einer der größten Kunstraube aller Zeiten liegt nunmehr 29 Jahre zurück. Im März 1990 betraten bewaffnete Räuber, die als Polizisten verkleidet waren, in den frühen Morgenstunden das Isabella Stewart Gardner Museum in Boston.

Die Räuber fesselten zwei Sicherheitskräfte mit Handschellen und stahlen 13 Kunstwerke, darunter Rembrandts einzige Meereslandschaft „Der Sturm auf dem See Genezareth“ (1633) sowie Werke von Vermeer und Degas. Gemessen an heutigen Preisen übersteigt der Gesamtwert der gestohlenen Werke 500 Millionen Dollar.

Bis heute bleibt das Verbrechen ungelöst. Weder internationale Ermittlungen noch eine Verdoppelung der Belohnung auf 10 Millionen Dollar für Informationen, die zur Rückgabe der Kunstwerke führen, konnten daran etwas ändern. Die Rahmen der Kunstwerke hängen leer an den Wänden des Museums.

Einige der Geschichten, die wir hören, sind selbst für ein Filmdrehbuch zu unglaubwürdig: Räuber klettern an Gebäudefassaden hoch, inszenieren aufwändige Betrügereien oder wenden einfach rohe Gewalt an.

Kurz gesagt: Diebe werden versuchen, jede Schwachstelle in Ihren Sicherheitsvorkehrungen auszunutzen. Die gute Nachricht ist, dass normalerweise kein übermäßiger Aufwand notwendig ist, um sich dagegen zu wappnen.


Risikomanagement

Kunstwerke haben nicht nur wirtschaftliche, sondern auch emotionale Werte. Daher ist es enorm wichtig, sie zu schützen.

Dabei können Versicherungsexperten Sammler unterstützen. Sie helfen zum Beispiel, geeignete Maßnahmen zum Risikomanagement umzusetzen. So sollten etwa Kunstwerke unter professioneller Aufsicht angebracht werden. Nur so ist sicherzustellen, dass sie zuverlässig befestigt sind – ob an der Wand oder einem anderen Ort.

Bewegungssensoren und -alarme tragen dazu bei, das Diebstahlrisiko zu verringern, während Rauchmelder, Feuermelder, Sprinkler und Feuerlöscher helfen, das Risiko von Brandschäden zu mindern.
Natürlich müssen all diese Maßnahmen auf die Art der Arbeiten und ihre Ausstellungsbedingungen zugeschnitten werden.


Die Seele des Sammlers

Jeder hat seine eigene Vorstellung davon, was „gute“ Kunst ausmacht – ganz nach dem Sprichwort: „I know what I like.“

Aber eine Sache habe ich während meiner Zeit in dieser Branche gelernt: Es gibt Sammler in den esoterischsten Nischen.

Wenn wir etwas sehen, das uns gefällt, wenn wir – aus welchen Gründen auch immer – in seinen Bann geraten, können wir einen faszinierenden Einblick in die Seele des Sammlers gewinnen.
Er wird von der Leidenschaft angetrieben, diese außergewöhnlichen Objekte zu besitzen, sie zu hegen und zu pflegen. Meine Aufgabe als Versicherungsexperte ist es, Wege zu finden, sie vor den vielfältigen und ernsten Bedrohungen zu schützen, die sie in Gefahr bringen könnten.

*„Aprés le déluge“ (frz. = Nach der Flut) ist ein dichterisches Werk aus den „Illuminationen“ von Arthur Rimbaud

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