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Fast Fast Forward

Risikomanagement von morgen: Daten richtig einsetzen

von

Daten waren schon immer ein wichtiges Instrument für Risikomanager und ihre Partner – Makler und Versicherer. Aufgrund der in jüngster Zeit deutlich gestiegenen Verfügbarkeit und stark verbesserten Auswertungsmöglichkeiten von Daten befinden uns am Anfang eines neuen Zeitalters, der für den Beruf des Risikomanagers einen Wendepunkt darstellen könnte.

Das industrielle Internet der Dinge, bei dem vernetzte Sensoren und Geräte zur Verbesserung einer Vielzahl von Prozessen eingesetzt werden, verändert die Arbeitsweise der Unternehmen, führt zu mehr Effizienz und liefert ihnen riesige Mengen an aussagekräftigen Daten.

Zudem wird die Möglichkeit, diese Unmengen an Daten zu nutzen, zu analysieren und ihr Potenzial auszuschöpfen, die Arbeitsweise der Risikomanager grundlegend verändern.

Auf dem im November stattfindenden FERMA Forum in Berlin werde ich an einer Podiumsdiskussion teilnehmen, in der wir uns mit eben dieser Frage beschäftigen, wie Künstliche Intelligenz (KI) und Daten die Praxis des Risikomanagements verändern.

Ich freue mich auf die Einschätzungen meiner Diskussionspartner und des Publikums hierzu. Wir bei AXA XL sind begeistert von der Entwicklung und beteiligen uns an mehreren Proof of Concept Projekten, von denen wir glauben, dass sie wichtige Erkenntnisse liefern könnten. Diese sollten Risikomanagern, Risikoingenieuren und Versicherern dabei helfen, das Verständnis, die Steuerung und die Übertragung von Risiken zu verbessern.


KI und Daten

Künstliche Intelligenz wird zu einem Teil des täglichen Wirtschaftslebens. Jüngsten Untersuchungen zufolge gibt es in Europa mittlerweile circa 1.600 Start-up-Unternehmen im Bereich KI. Und es gibt zahlreiche Möglichkeiten, wie Unternehmen mithilfe von KI nicht nur effektiver arbeiten, sondern auch ihre Risiken auf andere Weise als zuvor zu managen.

Ein konkretes Beispiel dafür ist unsere Partnerschaft mit Parsyl Inc., einer Lieferketten-Plattform, die Transportunternehmen, Kunden und Versicherer bei der Bewertung der qualitativen Bedingungen unterstützt, denen empfindliche oder verderbliche Waren ausgesetzt sind.

An der Ladung angebrachte Sensoren ermöglichen wertvolle Einblicke in den Zustand der Waren entlang der gesamten Lieferkette. Anhand der Daten, die diese Sensoren über Variablen wie Temperatur, Licht, Luftfeuchtigkeit und Bewegung liefern, können unseren Risikospezialisten praktische Empfehlungen für das Risikomanagement abgeben, um Schäden zu vermeiden oder deren Auswirkungen zu verringern.

Durch die Kombination von Data-Mining, das für den Menschen auf manuelle Weise praktisch nicht durchführbar ist, mit menschlichen Analyse- und Verständnisfähigkeiten verändern Innovationen wie diese das Risikomanagement grundlegend.

Es lässt sich erahnen, welche Entwicklungen noch möglich sind, um die Versicherungsfähigkeit von derzeit schwer versicherbaren Waren zu verbessern.

Nehmen wir Impfstoffe als Beispiel. Derzeit ist es möglich, Impfstoffe während des Transports zu versichern – bis zu einem bestimmten Zeitpunkt. Da Impfstoffe jedoch äußerst empfindlich gegenüber Veränderungen der Umgebungsbedingungen sind, ist für Versicherer eine lückenlose Information über potenziell qualitätsverändernde Faktoren während der gesamten Reise der versicherten Ware sehr wertvoll.

Es gibt derzeit eine Reihe von geografischen Regionen, in denen die Informationen bestenfalls lückenhaft sind, sodass es für Versicherer schwierig ist, ein klares Bild über die Qualität des Impfstoffs zum Zeitpunkt der Ankunft beim vorgesehenen Empfänger zu haben.

Zurzeit arbeiten wir an einem Proof of Concept, um eine Lösung für dieses Problem zu finden.

Hochentwickelte Sensoren, Datenanalysen sowie Fachkenntnisse in den Bereichen Data-Mining und Risk Engineering könnten Risikomanagern und ihren Versicherern ein besseres Verständnis dafür vermitteln, was mit Impfstoffen während des Transports geschieht.

Dies hat nicht nur den großen Vorteil, dass mehr Impfstoffe für Menschen zur Verfügung stehen, die sie benötigen. So können auch Schäden reduziert werden, was die Versicherung von Impfstoffen über die gesamte Lieferkette hinweg deutlich praktikabler und erschwinglicher macht.


Risk Engineering

Es gibt zahlreiche weitere Möglichkeiten, wie Risikomanager von KI profitieren können, um brauchbare, aussagekräftigere Daten zu erhalten.

Nehmen wir zum Beispiel Sachrisiken: Der Einsatz modernster Technologien ermöglicht es Versicherungsunternehmen, ihren Kunden Dienstleistungen im Bereich Risk Engineering und Schadenverhütung rund um die Uhr anzubieten.

Ein weiterer Proof of Concept, an dem wir mitgewirkt haben, umfasste den Testeinsatz einer „Blackbox“ in stark brandgefährdeten Räumlichkeiten eines Kunden.

In dieser Blackbox werden Daten für ein Risiko-Dashboard erfasst, das fortlaufend aktuelle Informationen liefert. Somit können notwendige technische Eingriffe frühzeitig identifiziert und durchgeführt werden, wodurch das Schadenrisiko drastisch reduziert und zusätzlich die Lebensdauer der Anlagen des Unternehmens gesteigert werden kann.

Weitere Bereiche, in denen Risikomanager von Datenanalysen und KI profitieren, sind Branchen mit strengen Sicherheitsanforderungen für die Angestellten des Unternehmens – wenn sie beispielsweise Arbeiten in großer Höhe durchführen bzw. gefährliches oder schweres Material transportieren.

Ähnlich wie die Blackbox können sogenannte Wearable-Technologien wichtige Informationen liefern, um Risikoingenieure und Risikomanager auf mögliche Gefahren aufmerksam zu machen. Außerdem können sie es Mitarbeitern ermöglichen, ihre Bewegungen oder Körperhaltung zu korrigieren, bevor es zu ernsthaften Problemen kommt.

Damit diese Innovationen ihr Potenzial voll entfalten können, ist unter Umständen aber ein kultureller Wandel nötig. Risikomanager müssen beispielsweise dafür sorgen, dass die Mitarbeiter verstehen, dass entsprechende Maßnahmen ihrer Sicherheit und nicht der Überwachung dienen.


Die menschliche Note

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, wie sich KI und Daten auf unser gesamtes Leben auswirken. Dabei sollten wir aber nicht vergessen, dass diese Innovationen einige der menschlichen Fähigkeiten niemals ersetzen werden. Vielmehr können wir Menschen die neuen technologischen Möglichkeiten nutzen, um unsere Arbeit besser bewältigen zu können als zuvor.

Ein Mensch kann zwar bezüglich der Analysegeschwindigkeit von Daten nicht mit Computern mithalten, jedoch kann er deren Ergebnisse in ihrer Wichtigkeit unter Berücksichtigung von Feinheiten verstehen und Schlüsse daraus ziehen.

Risikomanager spielen in Unternehmen aller Art eine außerordentlich wichtige Rolle. Meiner Meinung nach werden die neuen Technologien dazu beitragen, den Beruf des Risikomanagers in eine neue Ära zu führen.

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