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Niemand weiß so genau, warum wir am Valentinstag der Liebe und Romantik huldigen.  

Einer Legende zufolge gab es im dritten Jahrhundert einen römischen Priester namens Valentin, der trotz eines Dekrets des Kaisers Claudius II, das alle Ehen und Verlobungen in Rom annullierte, unbeirrt weiter Männer und Frauen verheiratete. Eine anderen Legende zufolge war es Papst Gelasius, der Ende des 5. Jahrhunderts den 14. Februar zum Valentinstag erklärte, als Gegengewicht zum recht derben römischen Lupercalia-Fest am gleichen Tag.  

Im Mittelalter existierte in Frankreich und England die Vorstellung, dass am 14. Februar die Paarungszeit der Vögel beginnt, was auch der englische Schriftsteller Chaucer in seinem Gedicht Das Parlament der Vögel zum Ausdruck brachte: 

“For this was on St. Valentine's Day,

When every fowl cometh there to choose his mate.” 

Geschrieben im Jahr 1381, ist es die erste schriftliche Erwähnung des Valentinstags. 

Im 18. Jahrhundert war es in Großbritannien, Frankreich und den USA weit verbreitet, dass Freunde und Liebespaare aller sozialen Schichten kleine Liebesbeweise oder Liebesbriefe austauschten. Auch wenn die genauen Ursprünge im Dunkeln bleiben, so ist der Wunsch, Liebe und Zuneigung zu zelebrieren, auf der ganzen Welt ausgeprägt, und der Valentinstag ist nach Silvester tatsächlich das weltweit am zweithäufigsten gefeierte Ereignis. Und für viele Menschen gehören zum Valentinstag Blumen, besonders Rosen.  

Die Sprache der Blumen 

Im frühen 18. Jahrhundert soll Karl II. von Schweden das persische Brauchtum namens „Sprache der Blumen” in Europa populär gemacht haben. Diesem Brauch entsprechend haben Blumen jeweils eine bestimmte Bedeutung. In viktorianischen Zeiten wurden zum Beispiel mehrere Blumen-Lexika veröffentlicht, um Botschaften mittels Blumen auszutauschen; das wurde so weit entwickelt, dass auf diesem Wege detaillierte Gespräche geführt werden konnten.  

Rosen standen gemeinhin für Schönheit und Liebe. Eine einzelne rote Rose hieß so viel wie „Ich liebe Dich”. Mit der Ausbreitung der „Sprache der Blumen“ in Europa waren dann irgendwann auch der Valentinstag und Rosen nicht mehr voneinander zu trennen.  

Hunderte Millionen Rosen werden jedes Jahr für den Valentinstag produziert (exakte Statistiken gibt es nicht). Auch wenn es keine genaue Zahl gibt, so ist die Menge beachtlich, besonders wenn man berücksichtigt, dass es sich um schnell verderbliche Ware handelt. Dazu kommt, dass der 14. Februar, zumindest auf der Nordhalbkugel, noch in den Wintermonaten liegt. Die Rosenproduktion zum Valentinstag und die Verfügbarkeit von Rosen das ganze Jahr hindurch, und das auch noch zu erschwinglichen Preisen, sind ein gutes Beispiel dafür, wie Globalisierung und Fortschritte in der Logistik eine Branche vollkommen umgekrempelt haben. 

Wandel der Blumen-Branche 

Bis 1970 wurden die meisten Schnittblumen lokal in Gewächshäusern von örtlichen Produzenten angebaut und vor Ort verkauft. Mit dem Ölpreisschock von 1973 schossen die Kosten für die Produktion von Rosen und anderen Schnittblumen in geheizten Gewächshäusern in die Höhe. Als Folge wanderte die Produktion nach und nach in Gegenden, in denen das Klima und der Boden es erlauben, das ganze Jahr hindurch Rosen anzubauen. Heute kommt der Großteil aller Schnittblumen aus einigen wenigen Ländern.  

So sind zum Beispiel für Kolumbien Schnittblumen mittlerweile nach Kaffee das zweitwichtigste Agrarexportgut, und 90 Prozent davon gehen in die USA und nach Kanada. Kenia ist der weltweit drittgrößte Exporteur von Schnittblumen, der Großteil davon sind Rosen. Mehr als ein Drittel aller in Europa verkauften Schnittblumen stammt aus Kenia. Andere Länder, in denen die Schnittblumenproduktion stark zugenommen hat, sind Ecuador, Äthiopien, Simbabwe und Malaysia.  

Durchgängig kühl vom Produzenten zum Floristen 

Pascal Matthey, Leiter Specialty Lines Risk Engineering bei XL Catlin, beschreibt, worauf es beim Transport ankommt. „Für ein schnell verderbliches Gut wie Rosen müssen alle Beteiligten entlang der Lieferkette in der Lage sein, die Blumen durchgängig und gleichmäßig kühl zu halten. Gleich wenn die Rosen geschnitten sind, müssen sie behutsam runtergekühlt werden, bevor sie für den Transport verpackt werden. Während des Transports müssen Feuchtigkeit, Temperatur und Luftqualität permanent kontrolliert werden – vom Produzenten bis zum Floristen.“ 

Ein Schlüsselfaktor, der die Transformation der Blumenbranche erst ermöglicht hat, war die Schaffung einer durchgängigen Kühlkette für Transport und Lagerung, einschließlich täglicher Luftfrachtverbindungen in die wichtigsten Absatzregionen. Kenias Blumenproduktion wuchs zum Beispiel stark, nachdem am Flughafen Nairobi ein Frachtterminal speziell für Blumen und Gemüse eingerichtet worden war, 60 Kilometer entfernt von der wichtigsten Blumenanbaugegend am See Naivasha.

So dauert es nur zwei bis drei Tage, bis eine in Kenia produzierte Rose in Frankreich an ein Blumengeschäft ausgeliefert wird. Nachdem sie auf einem Feld am See Naivasha geschnitten wurde, wird sie von Kühllastwagen in die Kühlhallen des Frachtterminals am Flughafen Nairobi gefahren; von da geht es als gekühlte Luftfracht in die Niederlande in gekühlte Lagerhallen, von wo aus die Blumen von Großhändlern an Einzelhandelsketten oder unabhängige Floristen weiterverkauft werden. Die Reise vom Großhändler in den Niederlanden zum Blumenladen in Deutschland geht wiederum per gekühlter Luftfracht oder Kühllastwagen.  

Wenn die Kühlkette auch nur an einer Stelle unterbrochen wird, kann dies die ganze Charge verderben. Wenn die „Sprache der Blumen” auch keinen Ausdruck für eine verwelkte Rose kennt, so kann man mit Sicherheit davon ausgehen, dass eine einzelne welke rote Rose alles andere als „Ich liebe Dich“ bedeutet.  

Die Risiken sind zum Valentinstag und zum Muttertag besonders ausgeprägt. Für alle Beteiligten entlang der Wertschöpfungskette sind das die Hauptverkaufszeiten und entsprechend wichtig fürs Geschäft. Alle Beteiligten arbeiten zu den beiden Terminen an der Kapazitätsgrenze, so dass das Risiko von Fehlern besonders hoch ist. 

Die Zwischenhändler entlang der Lieferkette, besonders die Großhändler, können die Profitabilität ihres Geschäfts durch spezielle Deckung gegen Ausfälle schützen. Joe Blenkinsopp, Global Chief Underwriting Officer, Political Risk and Trade Credit, bei XL Catlin nennt Schnittblumen „klassisches Cash-Flow-Zyklus Geschäft”. Er erklärt: „Blumengroßhändler, wie andere Zwischenhändler auch, brauchen Betriebskapital, um für ihre Lagerbestände zu zahlen, in ihrem Fall die Blumen, die sie versteigern. Die Banken oder Investoren stellen das Kapital zur Verfügung und tragen das Kreditrisiko, dass der Großhändler den Kredit nicht zurückzahlen kann. Der Großhändler trägt das Risiko, dass die Einzelhändler, die während der Auktion eingekauft haben, nicht wie vereinbart zahlen. Wenn es einen Zahlungsausfall gibt, könnte das den gesamten Jahresgewinn des Großhändlers vernichten oder gar die Existenz des Unternehmens bedrohen. Das Risiko ist zum Valentinstag besonders hoch, weil der Großhändler dann im Vergleich zum Rest des Jahres überproportional viel verkauft.  Eine Absicherung vor Zahlungsausfällen ist besonders geeignet für Unternehmen mit schnellem Warenumschlag und saisonalen Spitzenzeiten.“  

Es steht außer Frage: der Valentinstag ist sehr beliebt, auch wenn die Ursprünge nicht eindeutig zu klären sind. Obwohl er kein offizieller Feiertag ist, berücksichtigen ihn in den Ländern, in denen er im Kalender steht, über 60% der Erwachsenen in der einen oder anderen Form ─ und die Hälfte von ihnen kauft rote Rosen. Schließlich heißt es doch: 

Was ist ein Name? Was uns Rose heißt,

wie es auch hieße, würde lieblich duften.

Shakespeare, Romeo und Julia

 

Who is bridging this language gap? Often, it's people who know Spanish but do not necessarily understand safety and loss control.
Die Ursprünge liegen im Dunkeln, aber eines steht außer Frage: zum Valentinstag gehören Blumen, besonders Rosen. Und weil für den Valentinstag besonders große Mengen an Rosen benötigt werden, überrascht es nicht, dass die meisten Rosen aus einigen wenigen hochspezialisierten Betrieben kommen, unterstützt durch ein ausgeklügeltes Lager- und Transportsystem einschliesslich durchgängiger Kühlketten.
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