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Fast Fast Forward

Können Blockchains Kunstversicherern helfen?

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Wir alle wissen, wie schön es ist, Blumen zu verschenken oder geschenkt zu bekommen. Aus diesem Grund werden allein zum Valentinstag jährlich mehr als zwei Millionen Rosen verkauft. Im vergangenen Jahr beteiligte sich eine Gruppe von Kunstinvestoren an einem etwas ungewöhnlicheren Rosenstrauß: Sie kauften das vermutlich wertvollste Kryptokunstwerk der Welt.

Der Konzeptkünstler Kevin Abosch schuf mit „Forever Rose“ ein digitales Kunstwerk, das er an ein Kollektiv von zehn Investoren für Kryptowährung im Wert von 1 Million Dollar verkaufte. Jeder Käufer erhielt ein Zehntel der virtuellen Rosen als Token für die Blockchain – und damit das Recht, diese zu behalten, zu verkaufen oder zu verschenken.


Der Nutzen von Blockchains

Kevin Abosch ist einer von mehreren Konzeptkünstlern, die sich mit dem Potenzial von Blockchains in der Kunst beschäftigen. Er schuf unter anderem die IAMA Coin, ein physisches wie auch virtuelles Werk, bei dem die Blockchain-Adresse mit seinem Blut auf das Kunstwerk geprägt wurde. Sein Blut wurde dadurch Teil der Kryptowährung. Dieses Beispiel erlaubt einen Blick in die Zukunft: Blockchains bieten ein großes Potenzial, wie Kunst zukünftig verkauft, bezahlt und gelagert werden könnte. Insbesondere für Künstler digitaler Werke, die potenziell leichter zu fälschen oder zu replizieren sind, könnten Blockchains von großer Bedeutung sein. Denn sie helfen Betrug weitestgehend zu verhindern, erleichtern Eigentumsnachweise und den Sekundärmarkt. Aber was bedeuten Blockchains für Kunstwerke, die schon vor Jahrzehnten oder gar Jahrhunderten entstanden sind?

Ein sicheres Blockchain-Register kann für Käufer und Verkäufer von Kunstwerken mehr Transparenz schaffen und eine nicht veränderbare Aufzeichnung ihrer Provenienz bieten. Aber wie das Sprichwort „garbage in, garbage out“ schon sagt: Eine Blockchain ist nur so zuverlässig wie die Daten, mit der sie gespeist wird.

Für das Einsetzen einer Blockchain in der Kunstwelt müssten Datensätze weiter ausgebaut werden. Händler, Auktionshäuser und Anbieter müssten stärker an kunstmarktspezifischen Daten teilhaben. Eine Blockchain hätte das Potenzial, die Herkunft eines Werkes lückenlos zu dokumentieren. Das könnte insbesondere in einem Schadenfall Klarheit darüber schaffen, ob ein Werk gestohlen wurde oder schon einmal beschädigt war.

Aber eine Blockchain kann  nicht nur hinsichtlich der Schadenshistorie die Kunstversicherung revolutionieren.

Jedes Kunstwerk ist einzigartig. Wir als Underwriter sind stetig in Kontakt mit Experten, um die vielen Facetten zu verstehen, die den Wert eines Werkes ausmachen. Kunstversicherer müssen sich hinsichtlich der Echtheit eines Werkes absichern, daher machen sie sich schon vorab mit der Provenienz vertraut. Nach der Echtheitsüberprüfung sowie dem Ausschluss, dass es sich bei dem vorliegenden Werk um Diebesgut handelt, schätzt der Underwriter den Wert. Sobald die Prämie feststeht, bestätigen wir damit, dass wir die Arbeit für echt halten.

Als regulierte Branche brauchen die Versicherer auch Gewissheit über die Eigentumsverhältnisse. Das zu versichernde Kunstwerk darf natürlich nicht zum Zweck der Geldwäsche oder zur Finanzierung anderer illegaler Aktivitäten ge- oder verkauft worden sein.

Wenn eine Blockchain mehr Klarheit und Sicherheit über die Herkunft eines Kunstwerks geben kann, dann ist das sicherlich eine Hilfe für Underwriter bei der Risikobewertung.


Blockchains und ältere Kunstwerke

Es ist aber nicht ganz so einfach, wie es sich anhört. Wenn das Werk von einem lebenden Künstler geschaffen und über eine Blockchain verkauft wird, besteht ein hohes Maß an Sicherheit, dass es sich um ein echtes Werk handelt. Denn durch die Blockchain können Verträge und die Herkunft des Werkes nachverfolgt werden. Bei älteren Arbeiten könnte diese Art der Zertifizierung jedoch schwieriger sein. Selbst herausragende Kunstexperten können sich manchmal nicht einigen, ob ein Werk echt ist oder nicht.

Ein gutes Beispiel dafür ist der jüngste Streit um die Authentizität des Salvator Mundi Gemäldes von Christus in Renaissance-Kleidung. Derzeit befindet es sich im Besitz des Louvre Abu Dhabi. Das Werk wurde stark übermalt, was viele Experten lange glauben ließ, dass es sich um eine Kopie handelte. Die National Gallery in London hatte es im Jahr 2011 Leonardo da Vinci zugewiesen, ebenso wie das Dallas Museum of Art im Jahr 2012. Aber selbst jetzt, da es einen gewissen Konsens über die Echtheit des Werkes gibt, glauben einige Wissenschaftler nach wie vor, dass Leonardo selbst – wenn überhaupt – nur einen Bruchteil des Werkes gemalt hat. Der Rest sei wahrscheinlich von einem Assistenten vervollständigt worden. Damit wird deutlich: Es ist nicht einfach, die Blockchain mit einem Kunstwerk zu verbinden, das vor der Erfindung der Blockchain entstanden ist. Selbst dann nicht, wenn die Authentizität eines Werkes bestätigt ist.

Damit die Blockchain in der Kunstwelt einsetzbar wird, muss es möglich sein, eine Verknüpfung zwischen dem physischen Vermögenswert und seinem Echtheitszertifikat herzustellen. Erst dann lassen sich Werke mit Hilfe der Blockchain validieren.

Derzeit gibt es viel Aufmerksamkeit für das Thema Kunst und Blockchain. Kunstversicherer sowie andere Fachleute sprechen mit Start-ups über Wege, Blockchains sowohl für Schadensexperten als auch für Underwriter nutzbar zu machen.

Dies wird vermutlich einige Zeit dauern, denn der Kunstmarkt ist keine standardisierte Industrie. In der Zwischenzeit sind wir offen für Diskussionen und gespannt, was die Zukunft bringt.

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