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Die Anfänge in den 1960er-Jahren​Zwei bedeutsame Trends, die in den 1960er Jahren ihren Anfang nahmen, treffen nun aufeinander: Globalisierung und solider Umweltschutz.Die Globalisierung gewann in den 60er Jahren an Dynamik, was auf Freihandelsabkommen sowie Fortschritte in den Bereichen Kommunikation und dem weltweiten Transportsystem zurückzuführen war. Seitdem hat die Globalisierung in vielen Ländern zu verbesserten Lebensstandards geführt. Das BIP von Südkorea lag 1960 beispielsweise unter 4 Mrd. USD und damit unter dem BIP einiger subsaharischer Länder. Heute ist Südkorea mit einer diversifizierten Wirtschaft, die Hochtechnologiesektoren wie den Schiffbau, die Automobilbranche, die chemische Industrie und die Stahlproduktion umfasst, und einem BIP von 1,4 Bio. USD die 13. größte Wirtschaft der Welt (IWF 2014).​Während dieser Zeit wurde dem Umweltschutz vorwiegend auf nationaler oder subnationaler Ebene Priorität eingeräumt, wobei die meisten Aktivitäten in Industrieländern stattfanden. Insbesondere die USA erließen einige richtungsweisende Umweltschutzgesetze und gründeten eine Bundesbehörde für die Reglementierung von Schadstoffen. Beide dienten in der Folge als Vorbild für andere Länder.​Die von der Globalisierung ausgelöste Wachstumswelle kam zahlreichen Schwellenländern wie Südkorea, China und Brasilien zugute, die tendenziell der wirtschaftlichen Entwicklung Vorrang vor Schadstoffbekämpfung und Umweltschutz gaben. Diese Haltung wurde oftmals mit dem Umstand gerechtfertigt, dass die wichtigsten Industrieländer in überproportionalem Ausmaß für die Verschmutzung der Umwelt verantwortlich seien und daher im Gegenzug die Hauptverantwortung für den Umweltschutz trügen.​Im „Grundsatz 7“ der Rio-Erklärung, die die Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung im Jahr 1992 abgaben, ist beispielsweise das Prinzip der „gemeinsamen, aber unterschiedlichen Verantwortlichkeiten“ verankert, das auf „den unterschiedlichen Beiträgen zu der globalen Umweltbeeinträchtigung“ basiert. Dieses Prinzip besagt, dass weniger entwickelte Länder den Umweltschutz weniger stark durchsetzen müssen als entwickelte Länder.​Die Zeiten ändern sich​Seitdem ist viel passiert. Während die Globalisierung zur einer erheblichen Verbesserung des Lebensstandards in zahlreichen Schwellenländern führte, hat die Umweltschädigung entsprechend zugenommen.​China erlebte ein schnelles und bedeutendes Wirtschaftswachstum und stieg – unter anderem – zum weltweit größten Chemikalienhersteller auf. Gleichzeitig wurden Luft, Land und Wasser in China erheblich belastet und die Gesundheit der Bevölkerung stark beeinträchtigt. In aller Deutlichkeit wird dies in einer Dokumentation über die berüchtigte Smog-Problematik in China gezeigt, die in weniger als 48 Stunden über 100 Millionen Mal angesehen wurde. Eine der ergreifendsten Szenen zeigt ein sechsjähriges Mädchen aus der Kohleminenprovinz Shanxi, das gefragt wird, ob es jemals die Sterne gesehen habe. Seine Antwort? „Nein.“​Gleichzeitig erlebte Südkorea eine schnelle Industrialisierung, wodurch sich die Luftqualität um Seoul merklich verschlechterte. Die Qualität der Luft wurde zwar in den letzten Jahren durch das Anlegen von Grünanlagen und die Einführung von Emissionsbeschränkungen verbessert. Ein dauerhaftes Problem stellt jedoch der Staub dar, der aus den Wüsten in China und der Mongolei angeweht wird.​In Brasilien löste kürzlich ein Dammbruch einen Tsunami aus kontaminiertem Wasser in zwei Bundesstaaten aus, der mindestens 17 Menschen das Leben kostete. Die Reinigungs- und Sanierungskosten werden auf nahezu 8 Mrd. USD geschätzt.​Wie deutlich wird, ist der Grundsatz 7 der Rio-Erklärung nicht länger vertretbar.Schärfere Gesetze, strengere Durchsetzung, härtere Sanktionen​Die Globalisierung trägt weiterhin zur Erhöhung der weltweiten Umweltbelastung bei. Gleichzeitig bedingt sie eine verstärkte Annäherung der Umweltschutzgesetze sowie der zugrundeliegenden Durchsetzungsmechanismen.​Auch wenn die Situation in den einzelnen Ländern unterschiedlich ist, hat ein Großteil der Schwellenländer erkannt, dass ein Mindestmaß an Umweltschutz nicht zu einer nachhaltigen Zukunft führen kann und dass Umweltverschmutzung stets mit hohen Kosten verbunden ist. In zahlreichen Ländern der Welt werden bisherige Rahmengesetze zum Umweltschutz durch neue Gesetze und Vorschriften ersetzt, die sich an richtungsweisenden Gesetzesänderungen in Industrieländern orientieren.​Einen wichtigen Impuls diesbezüglich lieferten Fälle, in denen Steuerzahler für die Reinigung von kontaminierten Standorten aufkommen mussten und diese Kosten – einschließlich Schäden, Reinigung und Sanierung – äußerst hoch waren. Zahlreiche Länder haben als Reaktion darauf Gesetze basierend auf dem Verursacherprinzip erlassen, während zusätzlich die Durchsetzung von Präventionsmaßnahmen gegen Umweltkatastrophen stärker vorangetrieben wird.​In Südkorea beispielsweise sind 2015 zwei neue Gesetze für die Regulierung der chemischen Industrie in Kraft getreten. Gemäß dem „Chemical Control Act“ (CCA) müssen Personen, die Umgang mit chemischen Substanzen haben, entsprechende Genehmigungen einholen und bestimmten Standards entsprechen. Das Begleitgesetz „K-REACH“, das auf die Überwachung und Verwaltung von chemischen Stoffen in Südkorea abzielt, orientiert sich an entsprechenden EU-Gesetzen. K-REACH fordert zudem, dass chemische Substanzen vor dem Import und der Herstellung registriert werden müssen. (REACH steht für Registrierung, Evaluierung, Autorisierung und Restriktion von CHemikalien.)​Verstöße gegen diese Gesetze werden streng geahndet. Einem Unternehmen, das einen Chemieunfall verursacht hat, droht als Mindeststrafe der Entzug der Betriebsgenehmigung. Sollte es das Unternehmen zudem noch versäumen, den Unfall sofort zu melden, kann seinem Management eine Gefängnisstrafe von bis zu zwei Jahren und Geldstrafen bis zu 75 Tsd. USD auferlegt werden. Kommen bei einem Chemieunfall Menschen ums Leben, so ist mit Gefängnisstrafen von bis zu zehn Jahren und Geldbußen von über 150 Tsd. USD zu rechnen.​Zusätzlich zur strengeren Durchsetzung fordern einige Länder, dass bestimmten Industrieunternehmen eine Betriebsgenehmigung nur dann gewährt wird, wenn diese über eine Umwelthaftversicherung verfügen.​In China haben zum Beispiel über 20 Provinzregierungen Pilotprojekte gestartet, in deren Rahmen Unternehmen in Industriezweigen, die mit hohen Risiken behaftet sind, eine Umweltversicherung aufweisen müssen. Außerdem können die lokalen chinesischen Behörden nun Umweltsündern täglich auf fortlaufender Basis Geldbußen auferlegen, bis das Problem behoben wurde. Für diese Geldstrafen gelten keinerlei Obergrenzen. Bisher zielt die Durchsetzung auf die Aktivitäten ausländischer multinationaler Unternehmen ab, während inländische chinesische Unternehmen zumindest bis zum heutigen Tage weitgehend verschont blieben.​Umweltversicherung in Deutschland​In Deutschland wurde das Thema Umwelt bereits sehr früh ernst genommen, was sich daran zeigt, dass schon 1909 in Preußen das erste staatliche Naturschutzamt gegründet wurde. In der Weimarer Verfassung wurde der Umweltschutz erstmalig explizit als Ziel verankert (Art. 150) und 1994 als Staatsziel im Grundgesetz der Bundesrepublik verankert (Art. 20a). In der Zwischenzeit waren bereits einige auf die Umwelt bezogene Gesetze in Kraft getreten (z.B. Wasserhaushaltsgesetz 1957, Umwelthaftpflichtgesetz 1992). Die neuesten rechtlichen Entwicklungen basieren auf europäischen Richtlinen. Als bekannteste wäre die EG-Umwelthaftungsrichtlinie 2004/35/EG zu nennen, die zur Neueinführung des Umweltschadengesetzes geführt hat.​Die Versicherungswirtschaft hat der beschriebenen Entwicklung Rechnung getragen. Mit der Gewässerschadenhaftpflichtversicherung – salopp auch Heizöltank-Versicherung genannt – wurde z.B. den besonderen Bestimmungen des Wasserhaushaltsgesetzes entsprochen. Diese Versicherungsform wurde 1992 in die Umwelthaftpflicht-Versicherung überführt. 2007 wurde die Umweltschadenversicherung entwickelt, die im Gegensatz zu den bisherigen Deckungsformen die öffentlich-rechtlichen Ansprüche des Umweltschadengesetzes abdeckt.​Aufgrund der immer weiter voranschreitenden Globalisierung sind für viele deutsche Unternehmen nicht nur die nationalen Bestimmungen im Zusammenhang mit Umweltrisiken relevant. Das Heranrücken der Produktion an die relevanten Absatzmärkte und das Produzieren in Ländern mit teils sehr unterschiedlichen Gesetzesnormen macht die Absicherung zunehmend komplex.​Konform bleiben​Umweltrisiken haben sich dramatisch verändert. Vor 30 Jahren waren Unternehmen noch mit einigen Hundert Umweltschutzvorschriften konfrontiert – vor allem in den USA. Heute geht man davon aus, dass weltweit über 17 Tausend solcher Gesetze existieren.​Vielen multinationalen Unternehmen kann ein entsprechend strukturiertes globales Programm für Umweltrisiken, dessen Policen mit den lokalen Gesetzgebungen konform geht, die Gewissheit geben, dass die Folgen eines Umweltvorfalls angemessen aufgefangen werden. Diese Art von Versicherungsschutz gewinnt insbesondere dadurch an Bedeutung, dass das Verursacherprinzip in immer mehr Rechtsordnungen zur Anwendung kommt.​XL Catlin gehörte zu den ersten Versicherern, die eine Versicherung zur Deckung von Umweltschäden bereitstellten. (Klicken Sie hier für weitere Informationen darüber, wie vor 30 Jahren alles in den USA angefangen hat.) Heute bietet XL Catlin Stand-alone Umweltdeckungen in allen großen Märkten an, einschließlich USA, Kanada, EU, Australien, China, Brasilien und Südkorea. Unsere globalen Programme tragen – soweit erforderlich – den Unterschieden Rechnung, die hinsichtlich Bedingungen und geltenden Obergrenzen bestehen können. Auf diese Weise wird gewährleistet, dass der Versicherungsschutz in jeder Hinsicht den lokalen Anforderungen entspricht. XL Catlin bietet derzeit in 50 Ländern in allen Regionen der Welt eine globale Umwelthaftpflicht an, die den örtlichen Anforderungen entspricht.​Es besteht kein Zweifel daran, dass der Umweltschutz eine globale Priorität bleibt, Gesetze und Vorschriften zunehmend verschärft werden, die Durchsetzung strenger wird, und es eine ständige Herausforderung sein wird, mit den sich ändernden Anforderungen Schritt zu halten. Unsere globalen Teams stehen in regelmäßigem Kontakt, um sich über Trends vor Ort und neue Entwicklungen auf dem Laufenden zu halten. Auf diese Weise stellen wir sicher, dass unsere Kunden über eine Umwelthaftpflichtversicherung verfügen, die jederzeit den lokalen Anforderungen entspricht – und dies in einem Umfeld, das von sich laufend ändernden regulatorischen Vorgaben geprägt ist.

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